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Full text of "Die alt-aegyptische Elle und ihre Eintheilung"

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ASHMOLEAN LIBRARY. OXFORD 

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"l/JULt994 
li Oti 2000 

in mim 



r- 



DIE 



• » 



ALT-AEGYPTISCHE ELLE 



• * 



UND 



IHRE EINTHEILUNG. 



VON 



R. LEPSIUS. 



AUS DEN ABHANDLUNGEN DER KÖNIGL. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 

ZU BERLIN 1665. 



HIT VIER TAIXLN. 



BERLIN. 



GBDRUCaLT DI DER DRUCKSaEI BBR KÖNIGLICHEN AKADEIIIE 

DER WISONSCHAFTEN. 

1865. 

IN C0HHI8SI0N BEI F. DÜHMLER'S VB&LA08-BUGHHAN0I.UNG 

HARRWITS UND GOSSMANM. 



» * 

1 






1 



Gdeten in der Akademie der Witsenschaften am 9. Februar 1865. Die Seltencahl I>e£eiclmet 
die laufiende Pagina des Jahrgangs 1865 in den Abhandlungen der philosophisch -historischen 

Klasse der KonigL Akademie der Wiss^uchaften. 




O^^^v 



r^ / 



-'^c; 



Di 



ie metroUgischen Schriften der Alten und alle ihre einzelnen Angaben. 
Ton Mafsen haben es begreiflicher Weiae nur mit dem Yerhältnifs der ver- 
achiedenen Mafse unter einander oder mit ihrer Anwendung auf zu messende 
Gegenstände zu thun« Die Bestimmung der absoluten Gröfse der alten Mafse, 
welche die Reducirung der alten auf moderne Maise ermöglichen wurde, 
konnte nicht ein für allemal iiberliefei^ werden , weil die ganze Natur kein 
festes Grundmais darbietet, auf das man sich hätte beziehen können. Viel- 
mehr sind alle mathematisch genauen Mafse nothwendig conventionell. Die 
Wiederauffindung der alten Malse ist daher nur möglich durch Nachmessen 
Ton noch erhaltenen Monumenten oder Ton Entfernungen, deren Mafse uns 
überliefert sind, oder aber durch AufEindung der Meisinstrumente selbst. 

Das Nachmessen der von den Alten gemessenen und in Zahlen über- 
lieferten Längen, wie Yon Rennbahnen , von Mauern, Gebäuden, Wegen, 
hat die Gelehrten viel beschäftigt, und hat doch schlieislich sehr wenige 
zuverlässige Resultate ergeben. Der Grund liegt hauptsächlich in dem ge- 
ringen Interesse , welches die Alten , mit Ausnahme der Mathematiker yon 
Profession, überhaupt an genauen Zahlenangaben und an scharfer Ausein- 
anderhaltung der yerschiedenen Mafssjsteme nahmen. Noch geringer ist 
das Ergebniis anzuschlagen, welches durch Nachmessen von Gebäuden und 
Gegenständen aller Art erreicht worden ist^ deren Mafse uns nicht über- 
liefert sind, sondern yon denen man nur annimmt, dafs sie in gröfseren oder 
klefüeren runden Zahlen von Ellen oderFuüs angelegt worden sein möchten. 
Bis in die neuesten metrologischen Untersuchungen hinein haben sich na- 
mentlich die Combinationen fortgesetzt, die sich an die grofsen Pyramiden 
yon Gizeh anschlössen. Man ging hierbei yon der Voraussetzung aus, dafs 

Abhandlungen der phUos^^hisior, Kl. 1865« Nr. 1. A 



in den Riesendimensionen der gröiüsien Pyramide des Cheops die ägyptische 
Elle mit runden Zahlen aufgehen mufste. Der um die Metrologie viel ver- 
diente Jomard glaubte gefunden zu haben, dafs diese Pyramide „wie ihre 
„genaue Orientirung uns ihre astronomische Bestimmung lehre, so durch 
„ihre Dimensionen beweise, dafs es ein metrisches Monument sei, be- 
istimmt, die Einheit der nationalen Mafse aufzubewahren.'' In der That 
ergab sich aus seinen genauen Messungen in Verbindung mit seinen metri- 
schen Annahmen, daüs eine Elle von 0"4618 und ein Fu£s von 0"3079, 
welches zugleich die gewöhnlichen griechischen Mafse sind, den Dimensionen 
der gröfsten Pyramide zum Grunde liege , dafs hiemach die Seite der Basis 
.genau 500 Ellen, 50 grofse ägyptische calami^ 5 Seiten der Arure, und 
aufserdem genau 60 moderne ELaiiiner Mefsruthen qasabj deren 20 quadra- 
tisch auf das heutige feddän gehen, und 400 heutige Landes -Ellen {pik 
helladi) betrug, dafs die schiefe Höhe oder das Apothem der Pyramide 
400 Ellen, 100 Orgyieo, 6 Plethren, 4 Aruren, genau 1 Stadium, betrug, 
imd dafs endlich dasselbe Apothem gerade 600 mal in dem Erdgrade alt- 
ägyptischer Messung aufging. Man ist von diesem Systeme grofsentheils 
zurückgekommen. Doch schliefst auch Böckh (^), der Meister unter den 
Metrologen, — da „unstreitig die Länge der Pyramide auf ein rundes Mafs 
bestimmt gewesen sei" — , aus der Annahme von 500 Ellen für die Seite 
der Pyramide auf eine zum Grunde liegende Elle von 0^4618, und findet in 
dieser Elle auch die kleinen Dimensionen der Sockelhöhe und der Dicke der 
Bekleidung aufgehend. Auch mit einer Anzahl andrer Messungsresultate 
Ton Jomard ist Böckh einverstanden (p. 234 ff.), und eben darauf be- 
zieht sich wieder in seinem neusten verdienstvollen Werke Hultsch (^), um 
den Gebrauch einer altägyptischen Bauelle von 462 bis 463 Millimetern zu 
constatiren. 

Was die gröfste Pyramide des Cheops hauptsächlich der besondem 
Beachtung in Bezug auf ihre Mafse empfahl , war ohne Zweifel eben die 
aufserordentliche Gröfse selbst. Ein Baumeister, der das Projekt eines 
Baues von so gewaltigen Dimensionen auf einer freien Fläche zu entwerfen 
gehabt hätte, würde allerdings wohl auch abgerundete Ellenzahlen da- 
bei angewendet haben. Nun wissen wir aber jetzt mit gröfster Sicherheit, 

(*) Metrologische Unters, p. 237. 

(<) Gricch. und Rdm. Metrologie. Berlin 1862. p. 280. 



dafs diese außallenden Dimensionen ursprunglich gar nicht beabsichtigt 
waren, dafs sie lediglich yon der zufölligen Dauer der Regierungszeit des 
Königs und vielen anderen ZuföUigkeiten ahhingen, die im Laufe einer 
sechzigjährigen allmähligen Bauerweiterung eintreten mufsten. Wir wis- 
sen (^), dafs ein König sein pyramidales Grabmonument zu bauen begann, 
wenn er auf den Thron stieg , dafs er mit einem mäfsigen über der in den 
Fels gehauenen eigentlichen Grabkammer errichteten Kerne , in Stufen Ton 
36-40 Fufs Höhe abgetheilt, begann, und diesen Kern allmfihlig durch 
immer neu umgelegte Stufenmäntel in allen Richtungen erweiterte , bis die 
3tufen eines letzten Mantels ausgefüllt und mit einer glatten Bekleidung 
bedeckt wurden, deren Vollendung nicht selten der Pietät des Nachfolgers 
iiberlassen bleiben mulste. Die Höhe der Stufen und die Stärke der Mäntel 
sind begreiflicherweise keineswegs, selbst bei ein und derselben Pyramide, 
gabz gleich , und es ist klar, dafs die Abrundung der Zahlen in den letzten 
Dimensionen, wie man sie bei der gröisten Pyramide gefunden zu haben 
glaubt, gar kein oder ein ganz untergeordnetes Moment für den Baumeister 
oder Bauherrn bilden konnte^ Hätte #ich aber etwa ein superstitiöses oder 
irgend ein anderes Interesse an gewisse runde ZaUengröisen geknüpft, so 
hätte dies natürlich bei allen andern Pyramiden genau ebenso sorgfältig be<^ 
obachtet werden müsaeoi, wie bei der gröüsten Pyramide, die bei ihrer 
gleichen Entstehungsart in keiner Weise eine Ausnahmestellung einnahm. 
Nun braucht man aber nur eine Reihe anderer Pyramiden , deren Grund- 
seiten ncahgemessen werden konnten, zu vergleichen, um zu sehen, dafii 
unmöglich alle diese verschiedenen Mafse, wenn man auch der üngenauig- 
keit der Nachmessungen viel Spielraum gewährt, auf bestiäimte runde Zah- 
lenverhältnisse zurückgeführt werden können. Eine Zusammenstellung der 
aus den Messungen von Perring hervorgehenden Mafse in Englischen Fufs 
findet sich in B uns enV Werke über Aegypten(^). Hiemach wurden ge- 
funden far die Grundseiten von seiner 

Pyr. 1 (grölste von Gizeh) Engl. Fufs 746,0 

29 (grdfste von Dahschur) ^ n 700,0 
6 (zweite von Gizeh) „ „ 690J5 

30 (zweite \oxk Dahschur) n ^ 615,0 

(*) S. meine Abhandlaog: Über den Bau der Pyramiden* 
(*) Afgjpt. Stellung tfi der Wekgesoh. U, p. 362. 

A2 



• 

* . Pyr: 36 (Pyr. von lllakun) Engl. Fufs 560,0 

33 (Pyr. von Meidum) „ „ 530,0 

34 (Sü<fl. Pyr. von Lischt) „ „ -450,0 
33 (Nördl. Pyr. von Lischt) „ „ 360,0 

7 (Dritte Pyr. von Gizch) „ „ 352,878 

und för die übrigen in absteigender Reihenfolge: 350, 325, 320, 300, 270, 
250, 245, 240, 220, 216, 213, 210, 150, 140, 138, 125, 123, 120, 103, 59, 
54 Engl. Fu&. Wenn man alle 67 Pyramiden , die wir noch jetzt nach- 
weisen können, oder gar die ehemals vorhandenen alle nachmessen könnten, 
würde die Mannigfaltigkeit der Mafse noch weit gröfser sein. Jomard hat 
^ aber nicht einmal vermocht bei den beiden andern grofsen Pyramiden von 

Gizeh dieselbe Elle in runden Zahlen nachzuweisen, und die geringen Inter- 
valle der obigen Reihe lehren , daüs überhaupt jegliches Bestreben aus den 
^ Malsen der Pyramiden auf die zum Grunde liegende Elle zu schliefsen ver- 

geblich sein mufs. Dasselbe ist von allen übrigen Gebäudemessungen zu 
sagen« Es ist ganz natürlich, dafs unter den Tausenden von mefsbaren 
^ Linien an alten Gebäuden sich immer eine Anzahl finden müssen, in deren 
Länge sich runde Zahlen irgend eines beliebigen Ellen- oder Fufsmafses 
wiederfinden lassen , und wenn man bedenkt , wie leicht sich bei jeder Mes- 
sung von Gebäudedimensionen kleine Verschiedenheiten der Annahmen zur 
Auswahl darbieten, je nachdem man z.B. bei einem Tempel die unterste 
oder die oberste Stufe derVortreppe, die Entfernung der Basen oder Schafte 
der Ecksäulen, die Länge des Giebels oder des Architravs in Betracht ziehen 
will , oder bei einer Thür , ob man ihre Weite im Lichten oder mit dem 
Anschlag oder mit den Pfosten messen will, so begreift es sich, dafs es nicht 
schwer fallen kann, jedes gewünschte Resultat zu finden. In der Architek- 
tur, wo jedes einzelne Mafs zehn andere bedingt, kann überhaupt keine 
Rücksicht auf runde Zahlen genommen werden und die Nachmessungen 
heutiger Gebäude würden ebensowenig einen Rückschluß auf die Landes- 
Elle erlauben. Und doch ist heutzutage in allen technischen Verhältnissen 
eine ungleich gröfsere mathematische Genauigkeit vorhanden als im Alter- 
thume. In Aegypten, dem Geburtslande und der mehrtausendjährigen 
Heimath der Architektur vor allen andern Ländern , haben doch die Nach- 
messungen der prächtigsten Gebäude aus der Blüthezeit des Reichs erwiesen, 
dafs selten die eine Seite eines Baus der entsprechenden andern ganz gleich 



ist, (la& in stattlichen Kolonnaden jedes Intervall zwischen den SSulen etwas 
verschieden ist, dafs man keinen schiefen Winkel in Höf^n und Gemächern 
scheute und in Bezug auf feinere Mause sich fast Alles dem unmittelbaren Be- 
dürfnifs oder der Willkühr der ausführenden Hände unterzuordnen scheint. 
Am natürlichsten dürften sich noch die Dimensionen einzelner Zim- 
mer, z. B. der Grabkammem in den Pyramiden, für die Voraussetzung einer 
runden oder doch ganzen Anzahl von Ellen darbieten , und es kann nicht 
zweifelhaft sein, daüs diese Annahme für viele Fälle richtig ist. Das wahre 
Yerhältniis wird sich aber herausstellen , wenn wir die Dimensionen der ge- 
messenen Grabkammem in dieser Beziehung zusammenstellen und auf das 
von vom herein wahrscheinlichste EUenmafs von 0^525 reduciren. Perring 
hat über 20 Räume in den 9 Pyramiden von Gizeh gemessen {}). Davon 
scheiden wir diejenigen aus, deren gegenüberstehende Seiten nicht völlig 
parallel stehen. Die Ma&e sind in Englischen Fuüs angegeben , die wir zu 
0^3048012 berechnen (^). Die ägyptische Elle von 0;r525 beträgt hiernach 
1 Engl. Fu£s 8^ Zoll. Die Liste ergiebt dann folgende Zahlen: 



*r;-' 





Dimras. der Räum« 


sunSolMt liegende 


diese vollen 


Ellen anf 


ergiebt anf die Elle, 




ia Engl 


Füft 


ToUe ägypt Ellen 


Engl. FoTs und Zoll 


in EngL Zoll, 


Pyrftoi« 


▼.O.n.W. 


▼.N.itS. 


SU 0,"5«5. 


redlieirt 


anviel (-f-) od. 


zuwenig (—) 


I. 


•46.0 : 


27.1 


27 : 16 


46.6 


:27.6f 


2 

9 


■- -h 




•34.3 : 


•17.1 


20 : 10 


34.5 


! 17.2i, 


-h ■■ 


■' +H 




•18.9 : 


•17.0 


11 : 10 


18.11t^: 


■' 17.2»^ 


-h '• 


-' -S 


n. 


•46.2 : 


16.2 


27 : 9 


46.6 


: 15.6 


-S '- 


-r 9 




•34.1 : 


10.2 


20 : 6 


34.5 


: 10.4 


5 




lU. 


•10.5 : 


•12.0 


6 : 7 


10.4 


: 12.0»^ 


+ ^6 


'• -^0 




•46.3 : 


12.7 


27 : 7 


46.6 


: 12.0*3 


r 

9 


l +1 




• 8.7 : 


21.8 


5 : 13 


8.7^3 ! 


'. 22.2*3 


-h ■■ 


■• -h 




6.3 : 


17.6 


4 : 10 


5.10^3 : 


17.2*5 


+1/. •' 


■ +h 


IV. 


•13.9 : 


•10.3 


8 : 6 


13.91^ : 


; 10.4 


-h ■■ 


6 




8.9 : 


•19.2 


5 : 11 


8.7JL ! 


; 18.1 U, 


+H -■ 


■ +\ 


VI. 


• 8.7 : 


•13.8 


5 : 8 


8.7^3 : 


1 13.9i3 


-h '- 


•■ -k 




11.4 : 


•26.0 


7 : 15 


12.0^3 ! 


: 25.10 


+h •' 


+^ 



(*) Optraüofu carried on in ihe P/ranäds of GUeh in 1837« voL II, p. 109-129. 
(*) S. Haitscby HetroL p. 20. 






DinMnf. der Rinine 
in £ngl. Fnfs 
Pyram. v.O.n.W. r^N.n.S. 


znnScbtt liageade 

ToIle ägypL EUm 

n 0,-525. 


diese rollen Ellen auf 

Engl. Fnfs nod Zoll 

rednoirt 


•igiebt Mf die Elle, 

in EsgL ZoU, 

■«riel (•*■) ed. nweeig (— ). 


VII. 5.10: M3.10 


3 : 8 


5.2 : 13.9^3 


+2^3 


• -h 


11.8 : 9.9 


7 : 6 


12.0'^ : 10.4 


-h '■ 


' -n 


Vlll. 12.9 : '10.3 


7 : 6 


12.0^3 : 10.4 


-IV '. 


' -h 


IX. • 8.8 : 11.1 


5 : 6 


8.7«^ : 10.4 


+H •■ 


! +lt, 


12.3 : 9.6 


7:6 


12.03^ : 10.4 


+h '- 


-«V 



Wenn wir nun auf jede Elle von 1 Fu£i %\ Zoll \ Zoll üngenauigkeit nicbt 
in Anschlag bringen, und das scheint bei architektonischen Messungen 
nicht zu wenig zu sein, so würden sich doch unter 36 Dimensionen nur die 
mit Sternchen versehenen 20 als ganzen Ellenzahlen wirklich entsprechend 
finden, also wenig über die Hälfte. Vorausgesetzt nun , dafs wir das rieh- 
tige ISllenmafs zum Grunde gelegt haben, so lehrt doch die Übersicht, da£i 
von runden Zahlen mit einigen Ausnahmen hier nicht die Rede sein kann, 
und wie zufällig es ist , ob man im Einzelnen gerade auf eine Dimension 
stöfst, die sich einigermaßen mit ganzen Ellen in Einklang setzen läfst. 
Vorausgesetzt aber, dafs wir nicht die richtige Elle zum Grunde gelegt 
haben , so muüs noch viel mehr jede Hoffnung auf irgend ein richtiges Er- 
gebnifs aus solchen Messungen schwinden, weil jedes andre unrichtige Elle- 
mafs ebenso zufallig wie dieses die Majorität Ton Dimensionen , in denen es 
ohne Bruch aufgeht, für sich gewinnen könnte. 

Unter den Mausen, die für eine Elle yon c. 461 oder 462 Millimetern 
angeführt worden sind(^), ist auch das des Sarkophags in der gröüsten 
Pyramide und man könnte behaupten wollen^ dafs die Messungen , die })ei 
ganzen Pjramidenseiten , und bei Zimmerdimensionen im Stiche lassen, 
gerade bei kleineren Gegenständen zu einem genaueren Resultate fuhren 
müfsten. Dieser Sarkophag wird zu 2^301 angegeben, =s 5 Ellen von 
460.5 Millimetern. Vergleichen wir aber die Dimensionen der übrigen 
Königssarkophage, die sich in den 5 ersten Pyramiden von Gizeh fanden 
und Ton Per ring gemessen wurden, so stellt sich folgende Übersicht 
heraus. Es beträgt in Englischem Mafse der Sarkophag 

(*) Bockb, Mctrol. p. 235. 



aa Länge 


an Breite 


an Hdhe 


in Pjräm. I. 7.6^ 


3.3 


3.5 


„ n. 8.7 


3.6t, 


3.0 


„ m. 8.0 


3.1 


2.11 


„ IV. 6.8 


2.7 


2.7 


„ V. 8.0«5 


3.3 


3.1'^ 



Die Gröüse der Sarkophage hielt sich demnach zwar innerhalb gewisser 
Grenzen , schwankt aber doch in der LSnge um fast 2 Engl. Fuls miter so 
wenigen Exemplaren. Offenbar benutzte man einen im Allgemeinen für 
passend gehaltenen Steinblock für den Sarkophag, so weit es eben anging, 
ohne sich um einige Zoll mehr oder weniger zu bekümmern. Indessen gab 
es doch gerade in diesem Falle ein Maximum für die kleinste der 
3 Sarkophagdimensionen, wie man aus folgendem ersehen kann. Wenn 
man die langen Verzeichnisse der Mause durchgeht, welche Perring von 
den 5 ersten Pyramiden yon Gizeh imd yon den beiden gröfsten Pyramiden 
von Dahschur gesammelt hat, so sieht man auch in den gleichartigen Theilen 
der innem Gänge und Kammern die gröfste Mannigfaltigkeit von Zahlen. 
Nur eine Zahl kehrt aufser allem Verhältnifs häufig wieder , nämlich 3 Fufs 
5^ Zoll fuir die Breite der Gänge. Die Höhe derselben ist schon weit we- 
niger constant, die Länge natürUch ganz yerschieden. Die Dimensionen 
der Breite und Höhe sind im Auszuge folgende , wobei es nicht wesentlich 
ist, die Gänge selbst näher zu bezeichnen ; doch gehören alle geneigten Ein- 
gangsschachte dazu: 

Pjram. I. 



Pjram, H. 



Breite 


Höhe 




Brehe 


HShe 


3.51^ 


3.11 


Pjram. III. 


3.6t, 


3.11t, 


3.5t, 


3.11 




3.5t, 


5.10 


3.5t, 


— 




3.5t, 


4.7 


3.5iL 


3.8 




3.5t, 


3.11t, 


3.6t, 


3.10 


Pyram. IV. 


3.3 


3.6 


3.5t, 


3.11 




3.0 


3.6 


3.5t, 


5.10 


Pyram. V. 


3.5t, 


3.11t, 


3.5t, 


5.10 




3.5t, 


4.1 


3.5t, 


3.11 


Dahschur I. 


3.5t, 


4.5t, 


3.5t, 


5.11 


Dithschur II. 


3.5t, 


3.5|j 


3.5ib 


3.11 




3.4 


3.4 



6 

Durch diese bald in einem bequemen und sehr constanten Neigungs* 
Winkel absteigenden bald horizontalen Gänge wurde der steinerne Sarkophag 
in die Pyramide gebracht. In der Regel mufste daher die Breite des Sarka- 
phags geringer als die der Gänge sein. In der That ist die Breite der fünf 
gemessenen Sarkophage geringer als 3.5^, ausgenommen den der zweiten 
Pyramide, dessen Breite zu 3.6^^ angegeben wird. Wenn diese Angabe 
richtig ist, so mulste der Sarkophag in diesem Falle auf die Seite gelegt 
werden, denn seine Höhe beträgt nur 3.0. Die 19 fache Wiederkehr der 
Zahl 3.5^^ ist aber in einer Reihe von Pyramiden, deren Erbauung doch 
wenigstens an 150 Jahre auseinanderliegt, so auffallend, dafs, wenn irgend 
wo, die Vermuthung gerechtfertigt erscheinen kann, dafs diese hergebrachte 
und feststehende Dimension eine einfache Zahl von Ellen enthält. In Meter 
ausgedrückt sind 3.5^ Engl. = 1"044. In dieser Zahl gehen weder ganze 
noch halbe Ellen von 0"462 auf. Dagegen sind zwei Ellen von 0^523 = 
1,050, also nur 6 Centimeter mehr als die obige Summe, 3 Centimeter zu 
viel auf die einzelne Elle, wobei noch in Anschlag zu bringen ist, daüs alle 
Mafse von Per ring nur bis zu einem halben Engl. Zoll genau sind. Der 
sehr geringe Unterschied von c. ^^ Zoll kann daher sehr wohl in der Engli- 
schen Messung liegen, und nöthigt nicht, von dem Ansätze 0,525 abzugehen, 
den man für die königliche ägyptische Elle jetzt conyentionell gegen andre 
Bestimmungen, die zwischen 0,523 und 0,527 schwanken, festzuhalten pflegt. 
Diese Zahl von 1^^044 bildet aber, wie schon gesagt, eine nicht zu yerken- 
nende zufällige Ausnahme und läfst keine Schlüsse auf andre Messungen 
zu; lind selbst in diesem Falle würde es nicht Wunder nehmen dürfen, wenn 
wir etwa 2^ Ellen statt 2 als Breitenmafs der G$nge gefunden hätten. Der 
Grund der constanten Breite der Gänge lag wahrscheinlich in einem J^om- 
promifs zwischen dem Wunsche möglichst grofse Sarkophage in die Pyra- 
miden einzuführen und der statischen Nöthigung die Gänge so schmal wie 
möglich zu bauen, um das ungeheure Gewicht tragen zu können, wel- 
ches im Innern der Pyramide auf ihrer Decke lastete. Die Höhe der 
Seitenwände war dabei viel gleichgültiger; daher wir hier auch viel 
gröfsere Abweichungen finden, die sich nicht auf runde Ellenzahlen redu- 
ciren lassen. 

Um die Supposition einer ägyptischen Elle von 0^462 zu unterstützen, 



9 

ist von Böckh (p. 239) auch noch auf einen Aufsatz Ton Jomarcl (^) hin* 
gewiesen , in welchem dieser auf die Grundrisse von Monumenten , nament- 
lich von Felsengräbern y mit beigeschriebenen hierogljrphischen Mafsen in 
einem Turiner Papyrus aufmerksam macht. Er glaubte die ZifTem 2, 5> % 
10, 70, 100, 300, 1000 etc. zu erkennen, vor welchen öfters das Zeich^ 
n ^ der Elle vorherging, und in den Zicichnungen die genauen Mafse wieder 
zu finden, die durch die Zahlen ausgedrückt ?raren, wenn er die Elle von 
0,463 zum Grunde legte, und in der Darstellung des Papyrus <tie Proportion 
Ton ^ der wahren Gröfse annahm. So fand er z. B. eine Linie, zu welcher 
nach seiner Annahme die Zahl 70 gehörte, genau 64^ Millimeter grois, wo- 
bei er zugleich daran erinnert, dafs das Yerhältnifs von 1 zu 500 dasselbe 
sei, wie das der ägyptischen Elle von 0,462 zu der Basis der grö&ten Pyra- 
mide. So weit konnte sich die Phantasie eines verdienstvollen Metrologen 
Tcrirren! Die in dem Papyrus gefundenen Figuren gehörten ohne Zweifel 
Bu Kap. 149 und 150 des Todtenbuchs. Die Zahlen beziehen sich auf 
Berge, Riesenschlangen u. a., denen der Verstorbene im Amenii begegnet, 
und haben nichts mit den Grundrissen zu thun, auf welche sie Jo mar d bezog« 
Es trifft sich uiftllig, da(s in dem Turiner Museum allerdings ein Papyrus 
Torhanden ist, welcher die Aufzeichnung eines Königsgrabes im Grundrifs mit 
Angabe der Maise in hieratischer Schrift enthält. Wir werden bei andrer Ge-r 
legenheit darauf zurückkommen. Dieser Grundriüs, der also die beabsich- 
tigten MalSie enthält, lehrt aber TOn neuem, wie schwierig es sein mfiüste 
durch Nachmessen des ausgeföhrten Grabes die ziun Grunde gelegte Elle 
aufzufinden. Ungef^r die Hälfte der angegebenen Zahlen sind nicht einmal 
ganze, noch weniger runde Ellenzahlen, — sondern gebrochene, d. h. aus 
Ellen und Palmen , zuweilen auch noch Fingern zusammengesetzte , und zu 
den letzteren gehören gerade die gröfsten. Zahlen, z. B. ein Theil des Haupte 
ganges 126 Ellen 2 Palm, ein anderer 34 Ellen 3 Palm, zusammen 160 Ellen 
5 Palm. Allerdings ist der Sarkophag^aal zu 16 Ellen ins Geviert und der 
Raum vorher zu 9 : 8 Ellen angegeben ; wie genau aber solche Mafse in 
Wirklichkeit aus^föhrt wurden, steht dahin. Dennoch wäre es von gro- 
Isem Interesse, das Grab des Papjrus in Bai el Meluk wieder aufzufinden. 

(*) Revue enc/ciop/digue^ tome XVI. 1822, p. 432. 
Abhandlungen der phüos.-hisior. Kl, 1865. Mr. 1. B 



10 



VergleichuDg der Bfafse würde mehr als einen unsichem Punkt ins 
Klare stellen. 

Ein anderes wesentliches Bedenken gegen die bisherigen Resultate der 
Messungen einzelner Monumente, liegt aber in den darnach aufgestellten 
ägyptischen EUenmalsen selbst* Dais die Aegypter eine grofse Elle von 
c. 0f525 hatten, ist von Allen anerkannt; der direkteste Beweis davon liegt 
in den aufgefundenen alten Mafsstäben selbst , so wie in dem aus Ptolemäi« 
scher Zeit stammenden Nilmesser von Elephantine. Bereits N e wt o n ( ^ ) hatte 
aus den Mausen der Königdkammer in der grölsten Pyramide , ehe noch die 
genannten EUenmafse bekannt waren, auf eine Elle von 0^24144 geschlos- 
sen, indem er die Länge der Kammer zu 20, die Breite zu 10 Ellen annahm, 
tmd hatte damit offenbar zuföllig einen sehr glücklichen Griff get hau. Böc k h 
fugt noch einige Pyramidenmalse hinzu, die ihm auf eine Elle von c. (^520 
reducirbar scheinen, bemerkt aber schlieüslich, (^) da(s dieses Mefsverfahren 
„verhaltniismfllsig nur wenige Beispiele zu liefern scheine, in welchen sich 
die grOfsere Aegyptische Elle klar herausstellte.'* Dagegen pflichtet er im 
Ganzen den Annahmen von Jomard bei, der eine grofiie Anzahl von Bei* 
spielen zusammengestellt hat, aus denen sich die regelmäfsige Anwendung 
einer EQe von c. 0^462 ergeben soll, also eine der angenommenen grie* 
chischen Elle identische. „Alles zusammengenommen, sagt Böckh, könne 
die Anwendung einer Elle von etwa 462 Millimetern bei den alten Aegypti- 
sehen Bauwerken nicht in Zweifel gestellt werden. Nach grillenhaften Vor* 
Stellungen des bizarren Volkes möge die gröüsere, königliche und heilige, 
bei den Bauwerken selten angewandt worden sein, wie in der Grabkammer 
des Königs der grofsen Pyramide, wtiurend doch der Sarkophag wieder nach 
der gemeinen Elle gemessen sei.** Auch Hultsoh (^) stimmt der Annahme 
einer Elle von 462 bis 463 Millim. mit Berufung auf Böckh und Jomard 
bei, und fugt hinzu, dafs diese kleinere Elle auf den erhaltenen Mafsstäben 
angedeutet zu sein scheine. Hier ist aber wohl eine kleinere Elle, aber 
nicht von 0,462 verzeichnet. 

Für die Existenz der griechischen Elle in Aegypten hat bidier aber nur 
das Ergebnils der Messung geltend gemischt werden können, und wenn die völ- 

(*) Böckh, Meteorol. p. 232. 

(«) p. 234. 

(') Metrol. p.280. 



11 

li|;e ünzuveriSMigkeit dieses ErgebiiMses jeut» wie fes sdbeint» tmi uns aulsev 
Zweifel gestellt worden ist» so bleibt keine andre nachweisbare Spur einer 
solchen Elle mehr öbrig* Vielmehr lassen sich die entschiedensten Gründe 
gegen ihr Yorhandenseki in Ae^rpten aufweisen. Denn emerseits kann der 
Gebrauch der groisen Elle Ton 0"525 bereits in der Pyramidenieit und gerade 
beim Bau der Pyramiden selbst direkt nachgewiesen werden, anderseits steht 
dMs Yorhimdensem einer kleineren EUe allerdings fest» die aber nicht zu 
0^462 angenommen werden kann. 

Was den ersten Punkt betrifft, so ist das Maus der groüsen Elle nicht 
selten auf jenen ältesten Bausteinen selbst verzeichnet worden. Am Eingänge 
der Pyramide des Königs Amxu-^a bei Abusir ( ^ ) trSgt ein Block der östli* 
liehen Wand das Schild des Königs. Eine rothe Linie ist mitten durch den 
Namen gezogen, und wie die Farbe noch jetzt erkennen läüst, später aufge» 
setzt als der Name , der offenbar bereits in dem Steinbruche angeschrieben 
worden war. Unter dieser horizontalen Linie ist c. 1^04 eine andere paral- 
lel gezogen mit der Beischrift ^^i unter dieser in Reicher Entfernung eine 
dritte mit der Beischrift >^, und unter dieser eine vierte c. Q^?52 tiefer; 
um ebenso viel tiefer liegt der ^els, auf welchem die untersten Blöcke aufge* 
setzt sind. Die imterste Linie war also eine 1 Elle« die^ nächste 2, die dritte 
4, die vierte 6 EUen über dem Fels über die bereits in ihre Lage gebrach-* 
ten Bausteine hingezogen zur Richte oder CoatroUe der Bauleute. Die Ent^ 
iemungen stimmen allerdings nicht ganz genau, weil die oberste Linie etwas 
schief gesogen ist und nach rechts hin abffiUt. Doch kommt dies eben nur 
auf Rechnung des Messenden, dem es auch hier auf Genauigkeit nicht ankam. 
Für %ms ist es auch genug » da(s die Entfernung im Durchschnitt ziemlieh 
genau stimmt. In einem Grabe bei den Pyramidal von Gizeh, südlich von 
dem Grabe no. 95. (^) waren die Wände noch leer, doch &r Darstellungen 
schon voribereitet. An der Hinterwand der Kanuner gegen Westen war der 
schadhafte Fels mit schönbehauenen Blöcken mäfsiger Gröfse ausgesetzt. 
Auf der glatten Felswand datieben imd zum Theil auf der Mauer laufen zwei 
rothe horizontale Stridbe hin, welche von einer groisen vertikalen Linie 
durchschnitten werden. Links von diesw lief parallel mit ihr eihe andere, 
von der aber jetxt nur wenig mehr zu sehen ist. Diese 4 Linüen bilden in 

(*) Denkmal. 11, 39,^. 
(') Denkmal. I, 14. 

B2 



i 



12 

der Bfitte ein Quadrat, dessen Sfeitea «gans gleich sind und genau 0^52 mes* 
sen, D\e horizontalen Striche wurden hier von oben nach unten gezählt, 
wie an ihren Beischriften «^j-^ und ^^ 1 • und 2. Elle zu erl^ennen ist. Die 
Decke der Kammer, von welcher herab gemessen wurde, ist allerdings Tom 
obersten* Striche c. 0"56 und 0*39 entfernt; das kommt aber daher, dafs 
die Decke, wie es scheint, später mehr ausgearbeitet wurde und überhaupt 
sehr ungleich ist. Eine Nachmessung ohne Angabe der Linien würde also 
auch hier über die eigentliche Intention irre gefuhrt haben. Auf der linken 
küdlichen Felswand finden sich wieder rotbe Linien, die 0^52 von einander 
entfernt sind. Endlich trägt auch eine Mauer in dem Grabe eines A^e^a 
bei den Pyramiden von Saqara ( ^ ) rothe Ellen-Linien. Sie ragt aus dem Sande 
hervor und ist in Steinlagen von ungeföhr 0^5, also von einer l|alben Elle 
gebaut. Die zu unterst sichtbare Linie ist von der nächst höheren Ol^ST^- ent- 
fönt ; beide treffen ungefähr mit den Steinfugen zusammen ; die dritte Linie 
von unten ist von der vorhergehenden 072S (4^ Elle) entfernt, erreicht aber 
die Steinfuge noch nicht, an welcher vielmehr eine vierte um 0^055 (3 Fin* 
ger) höhere Linie hinläuft. Über dieser höchsten Linie folgen noch 2 Stein- 
lagen von 0,25 imd 0,31 Centimeter ohne gezogene Linien. Von der dritten 
Linie sind zwei Winkel herabgezogen, deren Spitzen 1^06 (2 Ellen) von ein* 
ander entfernt sind, während die Spitze des rechten von beiden Winkelq 
von einer rechts davon herabgezogenen vertikalen Linie 0^83 (1^ Elle) ent- 
fernt ist. Über diesem Winkel, links von demselben, ist angeschrieben ^Q^ 
d. i. 3 Ellen 2 Palmen. Es bleibt leider ungewifs, von wo aus dieses 
Bfafs gerechnet ist ; der Ausgangspunkt liegt jedenfalls aufserhalb des jetrt 
sichtbaren Mauerstuckes. Die mefsbaren Entfernungen gehen aber offenbar 
wieder auf die Elle von 0,52 Centimeter zurück. Sollte man noch ge- 
naueres Augenmerk auf diesen Punkt im innem Mauerwerk, oder auf rohen 
Mauerflächen jener ältestM Gräberfelder richten, so würde man ohne Zwei- 
fel die Beispiele solcher architektonischer Hfllfs-Linien sehr vermehren kön- 
nen imd überall dasselbe Grundmais finden. Ich mache nur noch auf die 
gleichen Linien, obgleich ohne beigeschriebene Mafse, aufmerksam, die 
sich in den Constructionskammem über der Königskammer in der gröfs- 
ten Pyramide von' Gizehj der des Cheops^ befinden und von Per ring ver- 



4, • 



(*) Denkm. I, 33. 



13 



• 



teichnet ttad« ; Die Entfenrangen sind^Ton Ferring nicht angegeben; nach 
dem den genauen Zeichnungen beigefügten Ma&stäben scheinen «e sidi 
leicht in ägyptischen Ellen bestimmen zu lassen. In dem zweiten Räume von 
oben (Lady Arhuthnots Chamber) läuft an der Südseite eine Linie fSeist die 
ganze Wand entlang sehr genau i EUe von der Decke abwfirts ; am westli- 
chen Ende wird sie Yon einer yertikalen Linie geschnitten » welche Yon der 
nSehsten vertikalen Linie links , neben deren Kopf die Zahl 3 steht , gerade 
3 Ellen entfernt ist. Ebenso ist auf der Nordseite eine horizontale Linie 
gezogen 1 Elle Ton der Decke entfernt und am östlichen Ende derselben 
z?rei Tei^tikale im Abstand Ton 1 Elle. 

Aus den bisherigen Anführungen geht augenscheinlich mit voller Ge- 
wifsheit hervor, dals bereits während der 4. Manethonischen und der folgen- 
den Djnastieen die gebräuchliche Bauelle, sowohl für die königlichen, 
wie für die Priyat-Gräber, die sogenannte „königliche*' oder grolse EUe 
Von 0r525 wari dieselbe, welche in einigen besonders günstigen Fällen sich 
auch dureh Nachmessung unverzeichneter Weiten ergeben hatte, im übrigen 
aber durch die Mehrzahl von Jomard's Messungen sich nicht zu bestäti- 
gen schien. * 

Es ist aber auch einleuchtend, wie durchaus unwahrischeinlich es ist, 
dafs man neben dieser Elle zu derselben Zeit, an demselbian Orte und bei 
derselben Beschäftigung noch eine andere kürzere Eille in Gebrauch gehabt 
haben sollte, zwei Bauellen lun eine Handbreite unge&hr verschieden, 
und ohne dals man die EUe , die wir an den Wänden angeschrieben finden, 
irgend wie von einer andern ebenso gebräuchUchen in der Bezeichnung un* 
terschieden hätte. Es scheint mir unleugbar, dals wir bei den Pyramiden 
in aUen Dimensionen nur die eine „königliche'' EUe von 0"525 vorausset^ 
zen dürfen. 

Wenn wir gleichwohl auf den ägyptischen Malsstäben noch eine zweite 
kleinere EUe bezeichnet finden, so mufs diese entweder einer andern Zeit oder 
einem andern Orte angehört haben, und etwa, wie so manches andre in Aegyp- 
ten, nur historisch verzeichnet worden sein ohne im tägUchen Gebranche zu 
bleiben, oder ihr Gebrauch muls auf andre Gebiete der Messungen beschränkt 
gewesen sein, bei welchen die königliche EUe ausgeschlossen war, so dals 
sich die eine oder andre EUe, auch ohtie besondere Bezeichnung, von selbst 
verstand. 



14 

Wir kommen unten auf diesen Punkt surfiok, und betrachten sunicliat 
die uns erhaltenen Mafastäbe genauet*, da sie noch immer ni mancherlei Be- 
denken und sehr yerschiedenen ErklSrungen in den Einxelheiten Anlaüs ge- 
geben haben. Es sind folgende : 

1 . Elle des Amort'em'^dtpet in Holz mit den Schildern des Königs Horus, 
nach Droyetti, der sie zuerst elr?rorben, aus Memphis stammend, 
das heifst ohne Zweifel nicht aus den Ruinen der Stadt, sondern aus 
der Nekropolis Yon Memphis, jetzt im Museum von Turin aufbewahrt. 
Sie wurde zuerst von Jomard publicirt ( * ). Eine Kopie, die ich selbst 
1836 in Turin genommen, und eine Durchzeichnung, die mir jetzt yon 
dem Direktor des Turiner Museums Hrn. Prof. Orcurti übersendet 
worden ist, beweisen nur die Genauigkeit der Darstellung ^i Jomard, 
nach welcher wir sie reproducirt haben auf Taf. I, h. Linge 0^5235. 

2. Elle des Mata^ in Holz, gleichfalls von Droyetti aus Memphis erwoiv 
ben, jetzt im Louyre. Auch diese ist sehr genau yon Jomard in 
seiner Lettre a M^ Abel Rhmuat piiUicirt(^). Ich yerdanke Hm. 
Longperier neuerdings eine Durchzeichnong« S. Taf. H, a. Linge 
0^523 yom, 0-525 hinten. 

3. Elle des Amon^hoiepy in Stein (^). Sie ist in 8 Stucke zerbrochen, 
und yon diesen fehlt eins. Die ersten Fragmente wurden yoo Nizzoli 
bei seinen Ausgrabungen in der Nekropolis yon Memphis gründen; 
einige Ergänzungen wurden naditräglich yoti Droyetti erwoiben und 
den ersten zugefügt. Die 7 Fragmente befinden sich jetzt in Florenz. 
Sie wurden zuerst anonym yon Migliarini (^) pub^trt 1824 (^), 

(*) Description d^un iiahn miirique. Parif 1822. 4. Genaoer in desselben Letire ä M. 
Abel R^musai, sur une nouffelle mesure de ccfud^e, trouifie ä Memphis. Paris. 1827. 4. 
wo £vgleich die Ellen no. 2. 3. 4, abgebildet find. Dann wiederholt Ton Saigey, /rttilMr 
de mSiroiaeie. Paris. 1854. 8., TheniaSf die altigyptischeo Mabstabe, in UUnann mül 
Unbreitf Theol. Stod. n. Krit. Dresden. 1846. 8. I, p. 125, Qoeipo, Sieajr sur ies 
s/si^mes m^ingues, tome I. Paris. 1859. 8. 

(*) Vgl. das Kunstblatt des Morgenlandes 1834. no. 70. p. 125. 

(*) ^^Marmcreo^^. Die alten Aegyptcr i:annlen aber den wifUicben Mamor wdit. Es 
wird ein feiner Kalkstein sein* 

(^) Nach brieflicher Mittheilong desselben an mich. 

(^) Bibiioieca Italiana di Miiano. No. XCTII. XCYIII, 1824. p. 45: Di un cuhiio 
marmorto egizio della raccoita de! Sig. GittS. "Nisxoli, canteHiert del cohitoi: Ayisirime^ 
in Egitto. 



IS 

dann von Jornard 1^7. In demselben Grabe wurde eine Stele des 
Verstorbenen (jetst in Turin) und eine Palette (jetit in Louvre) aus 
^grünem Basalt" gefunden, weldie lästere genau das Mals einer EUe, 
nämlich 0^52S ( ^ ) hat , woraus man wohl auf das ursprüngliche Mals 
der fragmentirten Elle zurückschlielsen darf, obgleich das von den er- 
haltenen Fragmenten erschlossene Mafii etwas geringer, nämlich 0^523 
ist (2). S« unsere Tafel II, h. 

4. Fragment einer Elle, Ton Raffaelli erworben, in „Schiefer oder 
grauem Basalt" (^), T^iAiChampoUion'-Figeac{^) im Cabinet du roi^ 
nach Jomard (^) auf der BibUothSque du rot deponirt, nach 
Queipo (^) im Cabinet imperial des medaiUes befindlich, jetzt 
aber, nach brieflicher Mittheilung aus Paris, nicht mehr aufiufinden« 
Es wurde zuerst publicirt Ton ChampoUion-Figeac 1824 (^) und von 
Jomard 1827 danach wiederholt* Auch unsre Darstellung Taf. m, a. 
ist aus dem Bulletin entnommen. Es enthält nur den mittleren Theil 
einer Elle, und würde n^ch Jomard in ganz» Länge etwa 0^524 be- 
tragen haben. 

5. Fragment einer Elle, Hm. Harris in Alexandrien zugehörig, in Stein, 
zuerst publicirt von Brugsch (^). Unsere Darstellung Taf. III, b. be- 
ruht auf einem Papierabdrucke, den ich Hm. I. Bonomi verdanke, 
und auf einem zweiten noch vollständigeren, den ich, durch Hm. Dr. 
Brugsch vermittelt, der Güte des Hm. Harris verdanke. Essteilt 
wiederum nur den mittleren Theil einer Elle dar, die hiernach zu schlie- 
(sen, den andern Ellen ungefthr ^eich war. 

6. Eine Elle in Scluefer, von d'Anastasi aus einem Memphitischen Grabe 
gewonnen, in drei Stucken, die er 1823 nach Italien gesendet hat (^). 



C) Saigey, p. 16. 

(') Jomard, LeUre^ p. 28. 

(') Jomard, Lettre^ p. 17.—- Nach Qneipo in gruoem Basalt. 

(^) ^ulUün unüh, dM SeimcM ti de TinsduürU, TIL sect., totte II de 1824, no. 25 
(cf. tooie I, DO. 332). 

(*) LgUre p. 17. 

(•) Sylt. I, p. 45. 

C) Geographie des allen Aegyptens TbeU I, Taf. XVI (rgl. p. 97. 142). 

(*) Jomard, Leiire^ p. 19. 



16 



Ihr genaues Mafs ist in dei Bibliöteea Haliana C) auf 0^5^65 angege- 
ben. Sie befand sich (im Widerspruch mit andern Angaben) in Flo>- 
renz, ist aber jetzt» nach einer brieflichen Mittheflung des Prof. Mig* 
liarini» daselbst nicht mehr aufzufinden. Unsere Darstellung auf 
Taf. III, c. ist daher von der unvollkommenen Kopie entnommen, die 
sieh in einer Sammlung von Ellenzeichnungen im Brittischen Museum 
befindet, und mir von Hrn. S. Birch gefälligst in einer Durchzeichnung 
mitgetheilt worden ist. Diese, so wie die drei folgenden Ellen wurden 
mir erst näher bekannt, nachdem gegenwärtige Abhandlung der Aka- 
demie Torgetragen war. Ich habe sie daher erst in einem Anhange 
näher besprochen. 

7. Elle in sehr hartem schwarzgrünem Basalt (^) in Turin. Sie ist nach 
Orcurti (^) 5 Millimeter länger als die Turiner Elle in Holz (oben 
no. 1), und da diese nach Jomard 0^523.5 hat, so würde jene 0"5285 
haben. Dies ergiebt auch ungefähr der Gjpsabgufs, welchen Hr. Prof. 
Orcurti mir auf meine Bitte hat anfertigen lassen. S. Taf. IV, a. 

8. Elle in Bronce , in Turin, die einzige viereckige; nach Orcurti (^) 
0^523. S. Taf. IV, b. nach Gypsabgufii. Die Inschrift enthält die- 
selben Namen wie die vorhergehende. Material, Form, Eintheilung 
und Inschrift scheinen ihre Unächtheit zu beweisen. 

9. Elle in Holz, aus der Sanunlung d'Anastasi, mit der koptischen In* 
Schrift ^f^ nd^gaiAUiRd^ee d. i. n-cd^^ nd^^coM n-H^€€, der Schreiber 
Pahom mit dem Beinamen P-kaee. Der Name iu^^com ist die Thebani- 
sehe Form für ndJÖcoM, n^JioM^ Pachomius {aquila)^ wie ca^^ für Mem- 
phitisch cdu6. Aus diesen Formen geht der Thebanische Ursprung 
der Elle hervor. Unsere Abbildung Taf. IV, c. ist nach der Durch- 
zeichnung einer Kopie , die sich in der oben (n. 6) erwähnten Samm- 
lung des Brittischen Museums befindet Daselbst ist die Länge notirt zu 
21,21 Engl. Zoll, d.i. 0^5287 (den Engl. Fuls zu 0^3048012 gerechnet). 



C) Band Uli, p. 208. C£ Garard im Mulkt. des ScUncMs. 1828. p. 38. 

(') Nach brieflicher MItiheilaog. 

(') Caialogo iUustrato ä§i monumenii egUü äel R, Museo äi TorinQ» 1852« 8. p. 172: 
^^di hasaUtP Nach Hat tey, Euay on tht ancieni tPgighU. Oaford. 1836. 8. p. 236. in 
rothem Stein. 

(^) Cataloßo^ p. 172. 



17 

10. Elle in hartem gelblichen Holze, sehr grob gearbeitet, mit einer rund- 
lich abgesto&enen Kante. Sie ist von Queipo(*) beschrieben mid ge* 
messen worden. Von den sieben Palmen, in die sie mit der Säge getheilt 
ist, sind die 4 ersten wieder in je 4 Finger getheilt* Sie trägt auf der 
Hinterseite eine hierogljphische Inschrift, sehr grob eingeschnitten, zu 
Ehren des Amon-Ra — was auf Thebanischen Ursprung hinzuweisen 
scheint, wie sie auch in Theben gekauft worden sein soll — und hat an 
der längsten der etwas ungleichen Kanten 0^25.98. Sie wurde von 
Queipo im August 1857 im Brittischen Museum gesehen, dem sie an- 
geboten wurde, und ist nachher an Hrn. Ma jer aus Liverpool verkauft 
worden. Es wird nicht gesagt, ob etwa Zweifel an ihrer Achheit den 
Ankauf für das Brittische Museum verhindert haben« 

(11.) Eine der Elle des Maia (no. 2) ähnliche hölzerne Elle wurde nach 
Queipo (der sie unter no. 4 anfährt) für das Louvre angekauft, spä- 
ter aber, weil ihre Achtheit bezweifelt wurde, zurückgezogen, 

(12.) Eine der Elle des Maia gleichfalls überaus ähnliche und auf dieselbe 
Person sich beziehende Elle ist von S. Sharpe in seinen Egyptian 
Ihscripüons H, pl. 46 publicirt, und von Queipo unter No. 8 auf- 
geführt worden. Der letztere bemerkt darüber, dafs sie Hrn. Harris 
zugehöre, der sie in Alexandrien gekauft habe. Mr. Sharpe, der 
sie nach einer von Bonomi in Cairo genommenen Abzeichnung einer 
Kopie publicirt hat, schreibt mir, dafs die Kopie damals im Besitz des 
Herrn Massara zu Cairo gewesen sei, der das Original die Elle von 
Jomard genannt habe, welches im Pariser Museum sei. Eine Verglei- 
chung lehrt auch sogleich, da(s die Zeichnung bei Massara eine sehr 
fehler- und lückenhafte Kopie der Elle des Müia war. Dabei nimmt 
es nur Wunder , dafs eine Beschädigung der Drovettischen Elle hier, 
obgleich imrichtig, ergänzt erscheint, und ein Abtheilungszeichen, aus 
Querstrichen zwischen dem 2ten und 3ten Götternamen bestehend, 
mehr als dort(^), ein andres verschieden dargestellt ist. Diese Gründe 
lassen mich vermuthen , dafs die Kopie nicht direkt von der Pariser 
Elle des Maia^ sondern von einer hölzernen Nachahmung derselben, 
genommen wurde , und dann wohl von der als verdächtig zurückge- 

(*) Sfsümes I, p. 46. (') Siehe jedoch p. 30, Note. 

Abhandlungen der phüos.^huton Kl. 1865. Nr. 1. C 



« a 



18 

zogeoen, welche Queipo in seiner Liste als No. 4 anfuhrt. Diese 
beiden Ellen müssen daher wieder ausgeschieden werden. 
(13.) Auch die oben bereits erwähnte Maler-Palette von Basalt im Louvre 
pflegt noch besonders aufgeführt zu werden (Queipo no. 7), die aber 
doch nicht als Elle angesehen werden kann, da sie keine Abtheilungen hat. 
(14.) Eine Doppel-Elle von 1^048.902, in weifsem Holze (^'^2 brdt und 
0^015 dick, mit einer abgezogenen Kante, in 14 Palmen von ungefähr 
gleicher Länge gethellt, die zu Theben im Mauerwerk des von Horus 
gebauten Pylons gefunden worden sein soll, wurde von Herrn Harris 
an das Brittische Musemn gegeben. Wir kommen unten auf sie 
zurück. 
Alle hier angeführten authentischen EUenmafse sind in 7 Palmen und 
28 Finger getheilt. Die Abtheilungsstriche selbst aber sind keineswegs ma* 
thematisch genau aufgetragen , sondern wechseln in ihren gegenseitigen Ent- 
fernungen in einer offenbar unbeabsichtigten Weise. Es ist daher schon 
früher öfters ausgesprochen worden , dafs diese Mafsstäbe nicht als wirklich 
gebrauchte Ellen, sondern gleichsan^ nur als Bilder derselben anzusehen 
seien, welche zu andern als praktischen Zwecken angefertigt und den Ver- 
storbenen mit ins Grab gegeben wurden. Dies ist auch namentlich bei den 
steinernen Ellen augenfällig , da man sich ja zum bequemen Gebrauch nicht 
eines unbequemen schweren und dabei zerbrechlichen Materials bedient 
haben wird. Bei den hölzernen Ellen würde man eher schwanken können, 
wain nicht auch hier die hieroglyphischen Inschriften bewiesen , dafs ihnen 
€ine besondere religiöse Bedeutung beigelegt wurde, die wir für die Ellen 
im gewöhnlichen Leben nicht voraussetzen können. Die einzige Ausnahme 
würde die Doppel -Elle bilden, wenn ihre Achtheit fest stände, da sie in 
dem Mauerwerk eines Pjlons gefunden worden sein soll , wohin sie nur 
einem Bauaufseher während der Arbeit hätte entfallen sein können. 

Dennoch kann es natürlich ebensowenig zweifelhaft sein, dafs man 
genaue Mafsbestimmungen und folglich genaue Mafsstäbe hatte, die nicht 
willkührlich alterirt werden durften ; nur ist bis jetzt kein solcher zum Vor- 
schein gekommen. Es fragt sich mm, ob die erhaltenen Exemplare durch 
ihre Theilbezeichnungen uns in den Stand setzen, ein solches Mustermafs uns 
nachträglich zu construiren. Dazu müssen wir zunächst den Sinn dieser Be- 
zeichnungen und ihre ursprüngliche Absicht genau erforschen. 



19 

Wir können dabei nur von den beiden hölxemen Ellen ausgehen, die 
zugleich die vollständigsten und die beiden einzigen sind, deren Alter genau 
bestimmt werden kann. Die erste trägt selbst die Schilder des Königs 
HoruSf und gehört demnach in die Mitte des 15. Jh. vor Chr. Die zweite 
stammt mit grölster Wahrscheinlichkeit aus einem Grabe des Todtenfeldes 
von Saqaray südlich von der groiüsen Pyramide, dessen Reste in den Denk- 
mälern der Preufsischen Expedition ( ^ ) publicirt worden sind, und aus wel- 
chem mehrere Bekleidungstafeln der Wände mit vorzüglich sauber aus- 
geführten Skulpturen jetzt im Museum von Berlin aufbewahrt werden. Der 
Inhaber dieses Grabes führte nicht nur denselben Namen Mäia , sondern 

suten, ma mi^f, t'a j(u hi unam en suten, mer pa hat en neb to-ui, 
Mäia: ^der Schreiber des Königs, der ihn in Wahrheit Hebt, Träger des 
Federwedels zur Rechten des Königs, Vorsteher des weifsen Doppelhauses 
des Landesherm Maia*\ An einer Stelle (^) heilst derselbe auch Baumeister 
y^^ii^zn^^^y mer kat^u em men . • • und erinnert dadurch an 
die relseninschrift neben der Pyramide des Chephren^ welche von einem 
Architekten Mäi ^^ ^ ^^ (| (1 eingegraben wurde, der unter Ramses 11 
angestellt war. Die rlamens Variante, obgleich sie unwesentlich ist, und das 
Fehlen der übrigen Titel dieses Baumeisters von Heliopolis , der aber aus 
Theben stammte, macht die Identität mit dem Mäia von Saqara allerdings 
nicht besonders wahrscheinlich, doch zeigt der Name und der Stil der Dar- 
stellungen und Inschriften des Grabes , dafs dieses und folglich auch die 
Elle unzweifelhaft der 19. oder 20. Dynastie angehörten. 

Auf beiden EUen beginnen die Bezeichnungen der Abtheilungen von 
rechts nach links. Dies ist die regelmäisige Richtung, wie sie überall zu 
erwarten ist, wo nicht besondere Gründe eine Umkehrung der Schriftrich- 
tung veranlassen. Die fortlaufende Inschriftzeile der Oberseite , gleichsam 
die Dedikationsinschrift, der ersten Elle folgt derselben Richtung. Dagegen 
läuft die Inschrift der Hinterseite derselben von links nach rechts, offenbar 
weil sie an demselben Ende der Elle beginnen und doch die Zeichen , wenn 

(<) Abth. m, 240 ff. 
(•) 242, t. 

C2 



20 . 

die Elle in ihrer oatürlichen Lage war, nicht auf dem Kopfe stehen sollten. 
Bei den fortlaufenden Inschriften, welche die zweite Elle auf der Hinterseite, 
und auch auf der Unterseite (die bei der ersten leer ist) trägt, ist umgekehrt 
die natürliche Richtung von rechts nach links beibehalten , deshalb aber am 
andern Ende der Elle angefangen. Bei den drei steinernen Ellen (no. 3. 
4. 5) ist dagegen die Richtung der Abtheilungen, die man zunächst im Auge 
hatte, wenn die Elle vorlag, weil $ie auf den Oberseiten und der Vorder- 
seite eingegraben sind , von links nach rechts , also gegen die Regel , und 
ohne dafs ein Grund abzusehen ist. Die fortlaufende Inschrift von no. 3 
(Nizzoli) beginnt dagegen am rechten Ende, aber nicht horizontal, son- 
dern vertikal in einer Kolumne geschrieben, sowohl an der Hinterseite .als 
an der Unterseite. Bei no. 4 (Raffaelli) tragen die Hinter- und die Unter- 
Seite auch Kolumnen von oben nach unten geschrieben, aber, wie die Ab- 
theilungszeichen, am linken Ende der Elle beginnend. Das Fragment no. 5 
(Harris) läfst wieder sämmtliche Inschriften von der rechten nach der lin- 
ken Seite der Elle fortlaufen, auch die der Unterseite, welche nur sehr ver- 
einzelt lesbar sind und von Brugsch weggelassen wurden, wie einiges andre, 
was für seinen Zweck gleichgültig war. Die einzige Ausnahme findet sich 
auf der Hinterseite. Wenn sich der Beschauer vor diese stellt, so dals er 
also das rechte Ende der Elle links vor sich hat, so ist der oberste Theil der 
Seite, der in Felder von 1 Daktylos Breite getheilt ist (bis auf ein Zeichen), 
von links nach rechts, die Zeile darunter aber von rechts nach links zu lesen; 
diese allein beginnt also an dem linken Ende der Elle. Das deutet darauf 
hin, dafs die Gruppen der Felder auf die Eintheilung der Elle Bezug hatten. 
Auf der Oberseite der Ellen no. 1. 2. 5 läuft zu oberst eine Reihe 
von Götternamen hin, 28 an Zahl, den 28 Fingerbreiten der Elle entspre- 
chend und wie diese durch Linien von einander getrennt. Es beginnen auf 
der Turiner Elle (no. 1) 10 Götter der ersten Ordnung, von denen jedoch 
der dritte (Ka oder X^^) ^^^^ unbekannt ist (^ ). Die Ordnung ist, bezeich- 
nend für den Fundort, die Memphitische, nicht die Thebanische, indem 
sie mit jRa, nicht mit Mantu xmA Atmu beginnt, nämlich: Ra, ^u, Ka, 
Seh, Nut, Osiris, Isis, Set, Nephthys und Horus. Darauf folgen die 
4 dem Osiriskreise zugehörigen Götter Amset, Hapi, Kehhsenuf und 



(*) S. meine Abhandl. über den ersten ägypt. Götterkreis p. 32. 



^1 

Tumutef. Die andre Hälfte der Elle beginnt mit Thothj dem ersteh 
Gott der zweiten Götterordnung und dann folgt eine Reihe von Göttern, die 
grö£stentheils sehr wenig bekannt sind , als vorleteter aber noch *^^j X^^^^y 
der Pan yon Oberägjpten. Auf der Elle des Mäia ist, offenbar durch eine 
Unaufmerksamkeit des Schreibers, der Gott Seh ausgelassen, so dafs jetzt die 
Nut mit dem Gott Ka verbunden erscheint. Die dadurch entstaindene 
^ Lücke hat eine Verschiebung der folgenden Namen veranlafst, bis zum sieb- 
zehnten Gott, hinter welchem der zwanzigste Gott unrichtig eingeschoben ist, 
obgleich er an seiner richtigen Stelle noch einmal erscheint. Aufserdem ist 
der Name des 17. Gottes unrichtig ^"^vS geschrieben, ^^^^ j^^^^ ^^^ 

aus der Schreibung der Elle no. * Jt ^ ^^^ der Elle no. 5 [ hervorgeht; 

und der des 22ten ^^fv^ «tatt A|v • 

Auf der Elle no. 5 sind unter den Göttern die Namen der ägyptischen 
Nomen angegeben. Obgleich das Fragment davon nur 8 enthält, so geht 
doch daraus hervor, dals sie mit dem südlichsten Nomos begannen und in 
der gewöhnlichen Ordnung nach Norden fortschritten. Mit welchem unter- 
ägyptischen Nomos zuletzt abgeschnitten wurde, bleibt ungewifs. 

Es folgt dann die Reihe der hieroglyphischen Gruppen , welche die 
Abtheilungen der Elle anzeigen. Auch diese Reihe ist auf der Elle no. 1, 
wie die übrigen Reihen der Ober- und Vorderseiten , ip 28 Felder getheilt, 
während auf allen übrigen Ellen die Vertikallinien dieser Reihe von Zeit zu 
Zeit ausgelassen sind, so dafs einzelne Felder bis zu 4 Daktylen breit werden. 
Diese Unterbrechungen der Fingerabtheilungen sind bisher noch nicht in 
Betracht gezogen und nach ihrer ursprünglichen Absicht erkannt worden. 
Man hat sich gewundert über die scheinbar willkührliche Stellung , welche 
die Bezeichnimgen der einzelnen Abtheilungen näher oder entfernter von den 
Abtheilungsslxicfaen , zu denen sie gehören sollten, einnahmen. Saigey 
(p. 12) nimmt die Zeichen der Elle no. 1 /r-^ und W^, welche auf der 
Theilungslinie zwischen dem 1 0. und 1 1 . Finger und auf der zwischen dem 
13. und 14. von rechts her stehen, als zusammengehörig, liest sie ,4^albeElle" 
und bezieht sie auf den Theiluogsstrich zwischen dem 14. und 15. Finger, der 
hinter Vb^ folgt, gleichbedeutend mit den Zeichen ^J_ ^ ^ j „gro£se Spanne", 
welche in den Feldern des 16. und 17. Fingers, also hinter dem Theilungs- 
strich der halben grofsen Elle eingeschrieben sind, ohne sich an diese Will- 



22 

kühr zu stofsen. Queipo, der das Zeichen W^ för den Fufs oder ^ der 
kleinen Elle nimmt, meint, es sei deswegen von einer Theilungslinie ungleich 
durchschnitten, um den Bruch ^ dadurch anzudeuten ! Aus einem gleichen 
Grunde sei das Zeichen /r-^ auf die Theilungslinie zwischen dem 18. und 
19. Finger von links her gesetzt um den grolsen Fuls, oder ^3 der grofsen 
Elle anzudeuten, denn 18^ Finger der kleinen Elle seien in der That ^ der 
grofsen Elle. Einen Fufs von 20 Fingern, wie Champollion Figeac will, 
könne das Zeichen nicht bedeuten, weil es nicht unmittelbar am Theilungs- 
striche des 20. Fingers stehe. Auch Böckh (p. 231) weils keinen Grund 
für die unregelmäfsige Stellung der Gruppen anzugeben. Es war aber ohne 
Zweifel folgender. 

Die Elle hatte aufser der Abtheilung in Finger eine Anzahl größerer. 
Unterabtbeilungen, welche besondere Namen führten. Diese sollten auf den 
Mafsstäben verzeichnet werden und dies mufste nothwendig in einer conse- 
quenten Weise geschehen, da man sonst nicht wissen konnte, zu welchem 
Theilungsstriche die hieroglyphische Gruppe der gröfseren Unlerabtheilung 
gehörte. Man liefs daher in dem Streifen , in welchen diese Unterabthei» 
luDgen eingeschrieben wurden, alle Theilungsstriche der Finger aus, welche 
nicht zugleich eine gröfsere Abtheilung markirten. Dadurch erhielt man 
längere Felder von mehreren Daktylen Breite, und in die Mitte dieser Fei* 
der wurden die Gruppen gesetzt, welche sich immer auf den Theilungsstrich 
vor der Gruppe bezogen. Auf der Elle no. 1 ist diese Unterbrechung der 
Fingertheilungslinien vernachlässigt; die hieroglyphischen Zeichen wurden 
aber, abgesehen von untergelaufenen Irrthumern, dennoch an ihren richtigen 
Ort gesetzt. Wurde nun in die Mitte von einem Felde von 2 oder 4 Finger 
Breite ein einziges Zeichen gesetzt, so mufste der Theilungsstrich, wenn er 
gegen die Regel durchgezogen wurde , die Hieroglyphe schneiden. So ist 
es der Fall bei den Zeichen ^r<^ und Vs^, wie oben bemerkt wurde; sie 
dürfen also schon deswegen nicht mit einander verbunden werden, wie 
Saigey wollte. Besteht die Bezeichnung der Unterabtheilung aber aus zwei 
Zeichen, so fallen sie in zwei nebeneinanderliegende Fingerbreiten, wie 

/..-fl '^t Jl., . JIJ^^. Es beginnt nun die kleine Elle mit dem 24. Finger 

von links, und die nächste Unterabtheilimg mit dem 20. Finger. Die Gruppe 
der kleinen Elle /wü ^^^ mufiste daher die Fingerbreiten 22 und 23 von links 
einnehmen, wie dies auch der Fall ist. Die dritte Unterabtheilung beginnt mit 



23 

dem 16. Finger von lin^ks; der Name der zweiten Abtheilung kam dadurch wie» 
^er in ein Feld Ton 4rFingem (17-20), und da er nur durch das Zeichen ^-^-^^ 
ausgedrückt wurde, somufste dieses zwischen den 18. und 19. Finger auf den 
Theilungsstrich, wenn er durchgezogen wurde, gesetzt werden, wo es sich 
auch findet. Die vierte Unterabtheilung beginnt mit dem 14. Finger; daher 
fiel das einzelne Zeichen der vorhergehenden auf den Theilungsstrich zwi-^ 
sehen dem 15. und 16. Finger von links. Die folgende Gruppe ^_ ^^^=, 
konnte wieder nur zwei Finger Breite erhalten, und mufste daher die Fin- 
gerbreiten 13 und 14 einnehmen, sie sind aber um ein Feld zu weit nach 
links gerückt, aus Versehen, indem der Schreiber wahrscheinlich das Ende 
der Finger- Bruchtheile, welche 1 Finger über die Mitte der Elle hinausge- 
führt sind, für die Mitte der Elle hielt. Die folgende Gruppe aber J^^^^i 
welche in die Fingerbreiten 9-12 von links fiel, steht wieder an ihrem rich- 
tigen Platze. Es folgen links zwei Hände zu je 4 Fingern. Dieselbe Hand 
kehrt wieder im 4. Finger von links, wo sie die Handbreite TroAaKrr)) bedeu- 
tet. Als Bezeichnung von 7 und von 8 Fingern hat das Zeichen keinen 
Sinn. Es ist daher wohl kaum zu bezweifeln, dafs diese beiden Hände zu- 
sammenzufassen und als Bezeichnung von 2 Palmen zu verstehen sind. Ihre 
Stellung ist dann ganz richtig, und die Gruppe würde nicht mifszuverstehen 
sein, wenn der Fingerstrich nicht durchgezogen wäre. Dasselbe gilt viel- 
leicht auch von den beiden folgenden Zeichen c:i«E)3, welche dann nicht 
einzeln 6 und 5 Finger bedeuten würden, wie es bisher angenommen wurde, 
sondern 1 und 5, zusammen 6 Finger, gleich 1^^ Palm, beginnend mit dem 
6. Finger von links. Die Zeichen würden an ihrer richtigen Stelle stehen, 
und eine weitere Bestätigung dieser Auffassung scheint auf der Elle Nizzoli 
(no. 3) zu erkenn^a zu sein, weil hier in der That der Theilungsstrich zwi- 
schen diesen beiden Zeichen nicht durchgezogen ist. Eis kommt dazu, daüs 
eine besondere Bezeichnung von 5 Fingern die einzige unter den Unterab- 
tkeilungen wäre, die eine ungerade Anzahl von Fingern enthielte; denn die 
einzelnen 3 Finger werden keine besondere Bezeichnung gehabt haben, wäh- 
rend die 2 Finger möglicherweise eine solche hatten, wie wir es wenigstens 
bei den Griechen finden, die dafür Kov^Xog sagen konnten. Dennoch bin ich 
vregen der 6 Finger oder 1^ Palm zweifelhaft, weil man r:) nicht leicht statt 
\ för 1 Finger gebraucht, und in der Zusammensetzung mit der Hand nicht 
vor, sondern hinter dieselbe gesetzt haben würde; auch läfiit sich nicht wohl 



24 

ein bequemes Wort för die Gruppe ^^^ denken , während man ^g ^ zwei 
Palm" gelesen haben wird. Der von der Faust weggestreckte Daimi konnte 
sehr wohl den einen Finger der andern Hand, also den sechsten bezeichnen. 
Auf der £lle Nizzoli ist der Strich zwischen dem 7. und 8. Finger imrichtig 
durchgezogen ; um so leichter läfst sich eine Verwechselimg mit dem Strich 
erklären, der zwischen den 5. und 6. Finger gehörte. Es würde hier schliels- 
lich nur der Nachweis einer Stelle in einer Inschrift entscheiden können, 
die sich aber schwerlich finden wird, da der gewöhnliche Ausdruck ohne 
Zweifel ,,1 Palm und 1 Finger," „1 Palm und 2 Finger,^ gewesen sein wird. 
Auf der Elle no. 2 ist die Stellung der Gruppe /«^-jq "^^ dieselbe wie 
auf no. 1 • Das ist ein Beweis mehr, wenn es dessen noch bedürfen sollte, 
dafs die „kleine Elle" mit dem 24. Finger von links begann, obgleich die 
Gruppe 1 /w^ „königliche Elle*' auf no. 2. in einem Felde von nur 3 

Finger steht, was J omard für seine aus andern Gründen unmögliche An- 
sicht, dafs die kleine Elle 25 Finger umfaüst habe, hätte geltend machen 
können. Auf der Elle no. 2. sind überhaupt nur drei Scheidelinien der 
Finger nicht durchgezogen, und auf beiden Ellen würde man die erste Gruppe 
1 ^ /w^ etwas weiter links in der Mitte der 4 ersten Daktylen zu erwarten 
haben. Vollkommen richtig steht die Gruppe dagegen auf der Elle Niz- 
zoli, wo auch die vierte Scheidelinie erst durchgezogen ist. Die zweite 
Gruppe /w-jO ^^ „kleine Elle'* ist hier abgebrochen. Ebenso sind die drei 
folgenden Bezeichnungen ganz richtig gestellt und die entsprechenden Scheide* 
linien richtig durchgezogen. Dagegen steht die Gruppe Jl_ "^^ „kleine 
Spanne" unrichtig um einen Finger zu weit rechts, im Zusammenhange, wie 
es scheint, mit dem schon fiiiheren Versehen des Verfertigers, dals er zwi- 
schen den Anfängen der grofsen und der kleinen Spanne eine Linie durch- 
gezogen hat , wodurch jetzt ein ganz leeres Feld entsteht. Ganz derselbe 
Fehler ist wunderlicher Weise auch auf dem Fragment Raffaelli, dessen 
übrige Abtheilungen richtig sind. Ganz abweichend ist die Abtheilung auf 
dem Fragment no. 5. Statt des Menschen Aifses bei Brugsch ist nach dem 
mir vorliegenden Papierabdruck die ausgespannte Vogelkralle ^J_ zu setzen; 
das Zeichen dahinter ist •^«» ; beide sind zusammengehörig : ngi'ofse Spanne". 
Zwischen beiden Zeichen aber würde nach der übrigen Eintheilung des 
Fragmentes die Mittellinie der grofsen Elle fallen, die aber hier nicht durch- 
gezogen ist. Denn die Stellung des Bruchstücks geht sowohl aus der Götter- 



9A 

Mibe auf xUr Oberseite, abiailf der dannter folgenden Reihe der Nooiefi- 
grappeii hervor, und ^emi aueh in dernSchslfoigenideii Reihe der^bget*^ 
Bruchtheile über die beiden letzten Felder einige Ungewiftheit bleiben kann, 
•o sind doch die frfihoren Theüzablen «rohl erbalten und atiaaMnen^mit der 
obem Reihe fiberein/ Wir könnien. daher «ur annebmed , daüs die Mittel- 
iidie and Veviebenr nicht durchgesogen worden^ ist, weiches daher enistaiKlen 
isein wird^ dafs mad xunSchst nur ^ Schcüdelinien der mittleren Paimen 
durchzog. Dann et*klttrt sich fnich der daraus fa^rtorgegangene' fernere In> 
thum, da£s nun die Ghmppe ^.JL, ^^^ das gänae Feld Tpn 4 Fingern fprhielt, 
in dl^ssen Mitte sie steht u6df dadurch um die^eälgeo xwel Felder zu weit 
iechts ruckte, in welchen' das Zdoben %^ stdien miifsie. Dieses letzlere 
Zeichen ist nun dadwch gSniUqb Verdfjilngt w^n^n;^^ des noch 

Weiter rech^ gescfariebenep Zekbensikahn^ofane Zwe^l mn'/vi-^geweien.sein. 
Unter den Grappto der Unlieeabihethuigen liufb eine Bleibe Ton 
inu^tier feineren Bintheiliingen der eini^eni Daktylen >bi% und zwar auf 
allen Ellen ¥00 rechts, ber/an&tageiid^ abch wenn* die^ Gruppen darüber 
fön links beginnen« 'Die iichti^e Apordming isi, wie wir wdterhin sehen 
werden; die* d^r alten Ellen.. V Die ^ruchtbeilungsslriche selbst .sind an 
^r schmalen VordaTseite eingeritzt. Der erste : DaktjKlos von ifechts Ist 
in 2 Thieile getbab. Darüber steht die Hiöroglj^he c:^, m, welche 
hier ^2 bedeuten mufii, obgleich dii^se>Bled^utan^ bis jetzt ^eder in andern 
Inschriften nachgewiesen wordisn), . Iioch^ aus. dem Koptischen erklärbar ist. 
Der zweite Daktjlos.istii^, 3^ Theüe gethealt, darüber fteht ^1=^,4. u re IQ^ 
,^dritter Tbeil'', ^ So gebt die lEintheau&g« fort ffff !{, ]f^ V> "^^ ^»^ 
ia. DaktylDs mit ^ { | {, f^, wekher in 16 Theile g^eitiheik ist. ( ^ ) Die Ein- 
theibmg hört also dicht mit de£ Hälfte» sondern .mit einem Daqtjlosubib^ie 
Hälfte hinauf auf . , Das ütt ^tiieht i willkubriich , sCHidem gcifat aus der > alten 
fSählamg herVor, welche bei Brudien am liebateü in HaUärongen förtscbritt. 
jSo finden wir bei den Ackervermessungen als Bruobfheile des Grründmafiies, 
welches hiei^ das o^Wcv ist, > nur i; h H h h besonders^ bezeichnet; alk 
«bcigeni Brfiche sind daraus! zusammeligesetzt, z. B» 4^: ^{ ^2 ^^"^E* '^ 
geometrische Eintheilung des Daktjlos bis zu Zweiunddreifsigsteln fortzu* 

(*) Auf no. 5 wurde noch eio Feld mit ^ binsukommen ; doch fcaiiii diei tiur eio Irr- 
thum sein; auch tcbeint et nach dem Abdruck, aU 4rtoa die ' M^en im <Mginäl wieder 
ausgelöscht worden waren. ' •; .1 / ' 

Abhandlungen der phiios.-hisior. Ki. 1865. Nr. 1. D 



Jie Zilkl der : 28 : Daktylen idsäMk MUBfjßvtichu •. Man' bbyragle aich dabar hjß 
jMM? tientte'Poteilx foütaiulclireitem ! ' ! <. 

bei d6r Elle d!o.,1« mit tZeicbea eiuei^ andecü EiatkeiluDg aiUgefiSUti wekfaie 
deii biaherigeil.ErklArte» gicdfaeiMüiie gemacht häbeü». Yooi liarU ker fiuhi^ 
^edeis der TÜr ersten Felder, die Gra^e^^^f-^ ^{^i \ Im 5. Feldeiatml vwm, 
atatke Striche | dar^ateUt mid danebeik ^^. Im 6i «^ 1 1 . Felde steht immir 
ntir'-tr^t im 12. ;r=x^ünd im 13. x^''. ^Jornard (^ erklärte di^a B^ 
MiahmiDg der^ 4 eroten Daet^nials^i Daktjknider ersteo fiile^^ die «r 
«Ui Q?467 annimmt; die beiden Finger ^ea 5. Feldes! um den Anfang ^les SL 
Palm . siü heiätehnen ; : die Gruppe ^^ - för ! ,«2lvfeite Eille- ^ unter wefekw te 
.^ groiae Toa-O^fiSO (spSteV iFon 0ro25) !¥ek^ekt; tchi deb Grappen im 12« 
«md 13« Kelde (von links) kann eri sieh keine Rechenachaft. geben. (^) The» 
tiius,(^) liest, aadh Seyffairth, 'die;6rap^eir-^/(7n nprimi tasbiti quatuar 
'digUi''i nnd nimknt diese » erstie . Elle lor eine Tob St6 Fingenu Die zweite 
odto gpröfiieEUe £ndet er ini der Gmpp^ dieüch in den Feldern 5*11 mor 
Erholt, angeEeigt; das Zdohen 'fi]^ hm 112..(ndd^l3. Feldi nimmt, er för 
mne iLndeutnagi dais ^i Finger luti ^ tefkärat werden aollt^n^ um die gr&- 
^ilei^en Finger . :der alt^n EUe iusi^gkieben* Sa i g^ y nbdmtzt ds^ ;6iiippe 
dec/der ersito Finger duirch Utt piMne di^ien' qwztre ^ dw U un daigt \ H^ 
beiden[ Finger im 5. Felde ubigen die S. Mit ma^ amd ^^ draebeniat ihdi 
äü signe.dn ^^<rdiiJpalmtfy6bglätc&;diesäiU>e: Gruppe in den Reldem\6*-ll 
idtev2<i EUi bedeutefi soll. Die beiden 1 f ölenden Gtuppen ^lUIrt er äo^ 
däfi sieh beide aiiif den sWu^heo' ihnen befindlicbeii Theiknigsadrich beiie- 
hM; "^p^ ^jJi^ „\ine couASg^ dipisSe eti tr^ts, ou iierhde 4^aud£e^, 
aoUanzbigen» di^ ¥on «liesemiSteiohe links 8 iFingei^, also ^ der kleioeh 
Elle; Wekhe mit dein 24« Fi^^lyo» McbU ^xfhlt Mdigt, ! «brig siminnd 
f^ ^^^ de^x bo4id^€>s^ divtkees en^tTQ^^ oü deuä tittr de coudde^ 
dä& von diesem Striche reicbts Ji>i9^ a|i daaMcbie Ende der Elle 16'Fftigcr^ 
alsb ^ d^r ^kleinen Elle liegen« QujHpO''(*)7fiichtei dieserSiidfilrungiaüai- 

C) Eulon. m^tr. p. 10. 

..r(*) .Euloiu jniUu.p. t& ...i : i :!,■ < .. •,. . /. 

(!) jDie aMlgyipt. iMHtSlm |u.l06. . 
C) Syst Vol. I, p.60. 61. 



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drOcklich in . aUen Tbeücd I beL ^ G^fidiwohl ist i cKete kUfere ^ &klannig 
d»eMOiiiiHi5gUcht vde dk firfikermJ iDie Girbppie ffp) kann tiie nnwFii^^ 
bedetiten^ ivieil #iri(KeiBeuichimiig^des Pjngei^ Yleaneo) isiekanii jmbh nidbc 
^tedeuten^ w^il die Brüdhfedbitoh'^^ bildet Bnio&zakly towoiil aonsl i& 
auf der Elle aelUst bexeicfaiiet werdeii« jAtucki wurde, • selbst w^M ^'"y' TffT 
atftide/ dieses ddchmur.wH^leliV'^^<l<^^^>^ VSdu^d, bi^ht ^i^ Paliii'* j Hbentb 
wemgikanD ^ <^ abkeigen^ dafil 3 U^tbger^'' der 2;EUe ,, veillinit^ wei^ 
Aineolleh, weilniobts dayon daalekt'^ ncnib kiu» i /^ ^ und a '^ S^ b4- 
deuten, weii firfiche nie sd^^bezeiobnel trericbD* i • A4ch wäre -es üngiaublick, 
däsman i^EUe anöden Ikigefb iT'-di bältemessbnsollieB, dilmain^ Palmen 
1^1 bequemer rca eineibifilMle^der EUr an abmafs^ abgeteben riem^ dMi 
Wideniprucbv daib man in dien £c^heriea Fehfem angegebeii^ hätte, ^ ob der 
IMktyles ^der emten oder^ sWeltta» BUe' iang^bdrte^ in Ae»en beiden Fel- 
dern aber nickt, in weldieni maw yielmebr dieseibiin Strtcbe t nnd N , die 
dort auf. die 1/ und 2. Elle besogeol wfrtaV Ueriäufil und t Drittel «BUen 
bezogen hätte. Die Bezeichnung ^^ ^^ ,,Bll^'^^wlreaber an dieser Skdle 
noich ungesdbtcklcr ^wekin , wt^ sie^ oiioht, wie • aflie i&brigen Ünterabthei- 
kmgdn mud wie diei edtspreobende 'Bei9eiehnu»g i,fllk y^ am Anfangs de^ 
Abtheiiüng, sondern am' fi^nde deraelbeb zu stehen gekommen wfre. 

Heinea Eraehtens -liiigt hier 'eine Un^oH^äbidi^^il der Ausf&hrun^ 
vöt, eine Nächlfisagkeiii ww sjeeiäi'aus dem niöht praktisdien^^^ die^ 

ser tMafrstäbe jind der allgiBmUn'4dilidien^8o#glosigkdl bei Anfertigung sot 
eher Denkmüler erklärt« «nd ^'Tielen iandeir« ganz augenföDigenNachlfls^igkl^i^ 
ten ifaEea^ichiea finden j ^ Dafkin getof en ^Ke^ zakWeicben Fehler^ die gerade 
aofaatronofflwobeb ubd'cbroneilogischeii Denkmäem, wo man die grdfi^e 
Genai^keit'bäite erwaHedioUieny nachzüwefeen sind, ktte Lfickenhaftigkeit, 
Veraohibbnng und dui«fagatig%e( bioorrekihdt 4tiV a^i^onbmlschen Stüikten^ 
tafialniim den Decken der ELOni^sgräber^ «die Vei«^hoben0n ZusainmensteCknir 
gfsn'Ton Dekan-'GMteiti^ ündihrjßn Namen im Innern dei' Sarkopbagdeckel, 
die fiileohen Datien, auf<den iik' Siefn gehauenen Kalendeiti, dahin die un^ 
iTfdlsländig,. lückenhaft und' fi^hlerbaft ges<ihiÄet>enen Tddtenpap jrüs , di6 
aidh soffaäi^ ikiden. /Aber auch auf 4fttEllen^tfetbst^'tiiit'dei]ien iHr «iha^eir 
bescbiftigbi', haben wir schon dte^ nn^idktige^ Auslassung einies Götteirnameb 
und die wiUkührliche Ergänzung durch einen andern, nun doppelt geschrie* 
benen, auf der Elle no. 2. angemerkt, ebenso die durch Unaufmerksaiükeit 

D2 



^Twaclidteiie. SltUung ^oMlddr Gfiip^tn der! üntenlbibeQÜBgeii auf lalich 
'Ma&stäl^ekYt uml die üntjcfat^e DürohaäelMrog einÄelaier Dakfylaastriclie dmtlk 
<fie näfehal höbtoei Reihe. Nodi niobit^emtiuit^i was hier beiläufig gesduebt» 
^d die uDgenaueii Brucbtbeile der DaktjlenMdery welche auf der Mli 
HO. 1, statt YOii 2 Theilen regelknä&ig l>is.stt 16 fortzüstbreiteti) folgende 
Beiheo bilden: 2, 4, 4, 6, 7^ 8, 9, 10, 10, 12, 12, 13, 12, 14^ 46. 
A^ dem Fragment Räffaelli aiiid die letiten 4 Felder eibalten, welche in 
43, 14, 15, 16 Tbeile getheilt sdinaolitin^ statt dessen aber in 0, 8, 10, 13 
.Theile getheilt sind. Dabin gehört endlich aüdi die. sehr nngteiohe G^röüie 
der Fingerbreiten selbst,, die sogar ohne Zirkel nur nach dem. Augenmaiae 
abgetbeilt zu sein scbcfinen, so wie der Umstand, dafs auf der fflle no« SL 
simititliphe AblbeiluiigasUiicbe so schief gezogfan worden sind, dafs Xbenius 
^üin sögai' eine bestimpate Absii^t zu entdecken, und; im ersten Daktylos 
oben die Gröfse des Fingers der kleinen, unten, des Fingers der grofsen «Elle 
izu erk6nnjeAlgjlatibte,ija dieMU Unterschied aeiiier ganzen Rekonstruktion der 

tbdiden Ellen zum; Grunde legte. (^)^ ^ 

Au dem Bruchstfiek do..5 ist. zu s^ben, dafs die in Rede stehenden 
-jGrruppeo eigl^atlipb eine ganae, liii^ht^ iwie auf no. 1, nur eine halbe fietbi 
ausfullcui sollten» Es ist also offenbari mir eben eine willkfihriiche Bequem* 
Jichkdt, dals der; Yerfertiger :voq no^i die auf der linken NAÜe der Elle 
iblgendenFeldeir, Welche diirch das Autoren der Brucbbezieicbnungen dis^ 
ponibel wafea, dazu b^utate die Meile ^Hfilfte jener Reihe einzuzeiob* 
Den, unbi^k&mmert um den Wegfall der lersten Hälfte. Für das Auge war 
•nun die ganze zumeist sichtbare obere Seite, die! schiefe Fliehe inbegriffen^ 
<^ichmfi&ig mit Schrift bedeckt; daft an der schmalen Vorderseite neben 
den BruohlinienidieF^ldfir leer blieben w^r gleicbgfiltiger. Noch bequemer 
machten es lieh die Verfertiger der übrigei» Ellen no. 2.3. 4, welche die 
^ante Rfsihe, fis ^enigf r wesentlich loderails selbatverstfindlich gaia we^'efiien. 
Auch auf: der Elle Do., 5 hatten diese Grupjjenl nicht eine gesonderte Zeilf 
jQirbalten., sondern waren! ziemlich beeiigl: ddni Ifomengnippen biozugeftgt 
w:orden. Die s.on$t lieereo , Fi^lder »eben den Bruchbe«eichnungen WAren 
^g^g^ hier dunch lAocfa «ndiie Gnipipen ausgefiällt worden, die zunfichät 
unbekannt bleiben, weil Hut eine Und auch dües^ beäc^Sdigt sichtbar ist; ei 

. ■ > ■ ■ I I ■ I I . ' ' ' ^ ; » I ; I , « ) f f > » I I » I ' I ' ■ I .y^— — ■ I > 11 I I I ■ I ■ t I ) ■ I ■ I I ■ > ■ j - I ■! I I ..11 I i I i 

0) p. 104. ! - 






39 

wuffde noch tüie «vf«ife mk «rbftlleki haben y ' Ttreifcti 4eri Schrill»« nioht inN 
Ihünükd^ J 6^ 8taU 15 Fdder mit Bnichtheifena«8ge;0^ 

unter fUesen UitiftMdea können mr lins ! nur an das /hahen , was die 
Haupthestandtheilei der fraglichen Gruppen bedeuten,. ui)d ;wm die Gesammt- 
eintibcdlüngderJEllehier dm nat&i^liclhsten su'veilangfen.sicbeint, um die ganM 
Reihe ^eder herzus*dlen< Nun kann die Gruppe ^^ dnd ^^ nur heilsen 
JBUe F tund> ^^Blle JV\ erste, und . streife EIlci dieZabl ordinal genotnrtien, 
me bei den Brudien in der Zusamlnenaeteung mit ^=^ re y Tbeil , und wie 
bei den Datinungen der Jibre , Monate und Tage. Da aiif den Bfa&atäbaii 
2 verschiedene Ellen angegebien sind, die «kdliigUche'' grioise und die: kleine 
BUe , so sind diese offenbar gemeint, und xwar wird man daibei' nipbt, wie 
JomardjbndiThenius Termuthen, daran gedacht haiben, welche von. beiden 
etwa historisch am frühsten in Gebrauch war, was auch schwerlich^ noch ib 
qpBtem iZeiÜen bekamit war, sondern man wird die ^rftCtte und ypmehmste 
'EUe dife erjftte, die kleinere auf der königlichen au%etnagene EUe idie 
n w ei te.geoanttt haben« Das stimmt auch damit uberein, dafs dieJBezeich^ 
nui% ^^, ineirste Elle'% a:uf den 4 vän links an&njgenden Feldern aiteht, um 
welche die grofte EUe giröfiier ist als die ikleioere ^ welche vom 5. Felde^ an 
durch v«gp^ als die sweite EUe beseichnet ist. Das Zeichen .<^ aber ist die 
s^gekiiratei^nDD.för die Handbreite Tii^a^T^\ ^ie' au»; den yQn:BrugSch*(^) 
und dbeki tota mir nachjgewiiäsetien Stellen, hervorgeht, obgleich er das Zei- 
eben auf dep seiden! Beknerkungen : wm Grunde gdc^dn Elle no« 1 nich^ 
wiedcir erkannt bM* WenA aber hier, wie dasZeichen lehrt ,i ton, Palmen 
die Bede ist> so meisten diese in ihrer Beihenfölgq gekäblt werden »und die 
Striche, die wik: jeldit zdgefögtisehefiy.kdnnen nicht^richtigsein^ < Statt des 
4. Palm fJT) M]& in den. 4 ers&m Feldern» derO. Palm stehen, wenn die 
^te EUe in 6JPaI^ getheüt war, odet* der/ 7«, . wenn sie in 7 getheilt war>. 
Iita i2« Fitlde war die Beaseiicbnung fT^t ^^ V^^m richtig, wenn yw links ge- 
jiäblt wurde; viel natürlicher aber ist die.ZäUui^ vota ftchts; dann gehörte 
diener Finger sum !$• Palm, und; det l^e vor liidck laim 4. Palm, wfonacb 
die Zahl der Striche zu . berichtigen ist. Ebenso ist im 12. Felde 'natürUch 
^ihJ» I in 0^mJm m verbessern. Dieselbe Nacbl$ssigkeit kommt auf dem Frag- 
ment no. 5 vor, Wo im sweit^ibaltenen Felde yon rechts ^^ statt ^^ steht. 
— - — — - - - , 

(') Bragicih, 2^ittobr. 1864, p. 44. , 



3» 

I>esgldbhea 8bid< Irrtn i^ > Striche der PalsliNiI ra fedrichtigM. • Seht aroffidleiHi 
würde es dagegen! teln> weidv ib den 7 Feldern hhite^ tieh 4^ knien v€kk 
links her ^ede An^be der < Piimoi ohne b^MBlderki Gknid ii^ sein 

sdUte, um so mehr^ da doch Auf dem' PragihetU Harris: das Zeii^eta>^ 
hier und sogar noch in den '2 folgende» ^Feldern fehlte^ -Ffir «diesen Umstand 
wird sich ' abeir sogleictreine andre imnehiabare ErkUMig^den. Znoiehst 
erscheint es 4is die fast alle&i mögliche Annahme, dafi» man ihderiRikbfting 
aller übrigte Unterabtbeilungen v^n^ veofats JM^lmks die Patinen aihite, au 
welchen die einzelnen Finger gehörten; so dals in jedem Palfn 4dial dieselbe 
Inschrift fdr die 4 Finger wiederkehrte. Ein Palm liefs sich zu leicht übei^^ 
schlauen 9 als dafs «s ndtfaig^ geschienen hätte , auch noch dlie Finger ianer<^ 
halb dess^^ben! £U aäbkn^ wodurch dufserdem^ die Felden übeiiaden woi^ 
deu'wftreti. '■'''■ '>'■.' ■;•'/' - x 

' : < ^ Dagegen filgte man auf den iroUstilndigen MafiiAibeii toefa ebe andve 
Beteiehibungsart , der leichteb * Xmersiehtliohkeit wegen , hintü , welche auf 
den TorKegenden Elxemplaren ailerdings' audi nor sehr man^dlhaft ausgiefthrt 
ersch^iut. Ich finde bei den friihere» Erklirern nirgends kttih tvar eine Ver^^ 
mudiung ausgesprochien über die Bedeiitubg 6et Merkxfeiehen, welche ^f 
den beiden ersten Mafss^beb' ab kletne Querlinien auf den SchdMdjpiien der 
Daktylen in der obersten Rieihe, der Reihe defr Gättemamen, hin und wie^ 
der erscheinen. Auf der Elle nö. 1 iind awischiM dem 6. «nd 7. Diiktylos 
ton links 4, zwischen dem lOten undiiten 4 und ^ kleiner Qiieittrich ge«^ 
zogen; ^uf der Elle no. ^«zWischen dem Gten tmd 7ten unid iebeosb Mijschett 
dem 8. und- 9. D^kt^^os je iS, v#lsche«i dem 9ten und Itun von ireehts^ her 
3Str{che<*)v Ich Vermuthe^ dais dicbe Mairkefa die halben Palmen zu fin^ 
den erleichtem sollten. ' Üntel* dieser Yoraussetzung ist die lfa^^( zwischen 
dem lift. und 1 K Finger ron Uiiks , gleich dem ISteh und i9teti Ton rechts^ 
Töükommen genau, denn sie zeigt 4^ P^ajm an; die feigende nach linki steht 
auf diern Sprich yob S^^^Palm auf ihreita riehtigMPlalaevni4lf8teabert|j Strich 
mehr haben. Auf der ^le no.'2 würde die erste Miirke Ton redits einen 

I I ■ ■ ■ I ■ I ■ I . ^ . T . ^ . f ■ . ■ , mm . » » t m ' I 

(^; Es findet sich auch ein Quersiricii atif dem isweiien TheitaogssCnch tod rechts, der 
bei Jcmatd aiteh't wieder^gebea ist, aber adP Ast Sekir dorcbflfi -d^ Leaiff^rleriAcr^ 
sjbiMa Kopie de» Hrn. Qesliq; die RiHit]gMt dieser lAbiprmiiwig >i4i ipir aoici^<lits#iidsrf 
durch Hrn. Dr. Hei big bestätigt worden. Auf der falschen Elle bei Sharpe finden sich 
hier swei Querstriche« Diese Berichtigung von Jomard bt eine weitere Bestätigung der 
Ansicht, dafs die halben Palmen durch die Querstriche atugeseldmet Verdta sollten. 



M 

Slrith stf vfiti fflAu ^ebeo» tio InrtlmiDi der gaQi Mft&lifb^Widkr Y^r« 
MhMrtiiig der GfitxemttaimM^; deoli ste 4te]it tiphl% ^inBer dem Hantf , 
(der^OTM: aber ein Fdld iuiwt«! täehls} «kiikhrdefavmfl&te 4er eineQuar- 
«Iridbiiimr e«i itolbar ai^in, di^to 9^ PtdoMoi Jiugeiefgi ^crdea soUtea. Die 
aK^hstellaBke liküfiit^ auf de« iSttich twiaobeO' diem' 14« «nd 15. DAktylfts 
Irteheo und 3^ FblfDeoi^aAseigfia^ Da ther.hiep dife Mitle.4ep igrfDCbeo £Ue 
UnfieU. weldbe ihre «igM Btaitohtiung als ^gpo&e.Spmoe** hatte.) jBOfk^note 
idie fernere. MarUhiDg iwiiöthig erschekeik. Darauf folgta di« Merke tqh 
44^ Palmen,, ^ekdid «visclien denii 16.; und 19< Daktylo$i stehen muftte. Sie 
atebt.aber S Felder iweiti^ linke» wo sie nicht, hiqgehöitt» Aber auch hier 
liftt sieh dte^ Gi:<md idieaes; Irsthlims.vieUeichtu erkennen«. , Sowohl? 4in der 
Tichtigtn aki an. der £|lsdheti> Stelle jteht, in Fcilge des;falaeh eingeschobenen 
GötterMfldena, ein und denselbe Name vorher., Man sieht:, die .\Natnen 
livimen sehpn\geschisiebeiby; die; n^hste Marke» .wurde: abgeafthlt und iuü hinter 
den Qot% vltir^nef^tdsef^ hla aber der lOitlOelengesetatwar^irTi^xltfr: 
aidi hinter idenselbeiiJr^n^/r<^tf/^ded 2 Fel^ Die 

jfiahL der Slckrhe ist/rkktig^ nur daft der ^ine mcht[ dutcbgeaogen/nerdeti 
miiÜBte; daraufkam ea'dem Handwerker niehtHn. . Dit Idtitte Matke steht 
«oder richtig*^ doohvmfiik^eiil; halber. Strich Ai^fi^ Die.bäsonr 

dtre fieaeiofaniing der halben Filmten: be^ift sieb umv so leitchter , da alle 
dieae Untjerabtheilungen/ mil Ausnahine der A^telsten.(3^.FAlm); die. auch 
nicht betaeichäet jsl, keineb eigetteil Napeniuhrten. Auch .die Lfingd yim 
€ Fingeimii>deir. I^.Pekn ifuhrtjSi WoU eiben besondefrn .Naewui wetm wir 
oben! recht hatteti, ; .t:i dafür tA otbmenJ Dfi aber die BKa^ehnutog: niciht auf 
lier ceokfatft Saite der Elle stand, so . wird: läani wwwten ntGsseut dafs auch 
diese Beaeiohbutig. auf den ToUifinidigenMafiMt^ 

Was nun die Lesung und ndMärei Bedeutung der iur die(iEUe und ihre 
eiaaeliieli)Ubterabtheilüngek.|ebtaiüehteo Be»ichnipogeii betHfIt, «iwar für 
tlifa fflle >im Allgemeinen^ als ideögrapfaisches Zeichen xu allejTZei^n der 
Arm mit nach unten gekrümmten Fingerä jn/Gefaiiiiueh Ui^t das ist die 
Positioki desinxessendoBf Arms«; im..G<eg«ls4tsi «umi Amkiki seinei: nstfirlichen 
Seftteaianeioht M^^jii, iwielohei? ^eäi AjMu adbet:>odier)4knTjQkal alheitcachliet» 
und tfk Gegenaatii num Armi idit Jlach: ^äata geäßheten Fingern : -- "^ ^ > wielcher 

etwas zu halten pflegt (a Aj q o)« Es ist unwesentlich, daüs der Obertheil 

des Arms («..^ .zuweUen nach vom.gpaieigl evsschepiti' wodurch er^ibeson- 



)32 

ders wen» der Uibterariii noch elwua gehoben wird, leidit dem Yogelb^ifa 
yv-^ äknlick tmd , das^ aber ilicbt damit tu yerweckairii^ »t. Die letztdre 
Abweichung erseheint zuweilen in den fluchtigen In^hriften auf den Bldckcin 
aus Pyramidenzeit, z. B. Denkm« ir, 39, g. Tgl. 125, e« Dagegen ist die 
Zeichnung sehr correkt in einer andern InsSckrift des alten Reiches H, 134, ai 
Auf der Elle no. 1 erscheint das Zeichen zweimal mit gebogenem, 
mit geradem Oberarm ; auf der Elle no. 3 scheint es fast als ob das 
absichtlich in der Gruppe „königlicfae Elle'* gebogen, in der Gruppe 
Elle" gerade geischrieben sei; doch ist «auch hier wohl ntirWülkühr des 
Schreibers anzunehmen, da kein Grund Cur die Verschiedenheit abaosehea 
ist. Auf Eile no* 3 steht .^..-jd statt z..^. «Die phonetische Schreibung des 
Wortes ist mir im Alten Reiche bisher noch nicht b^egnet. Es kann aber 
nicht zweifdhaft sein, dafs die Elle zu allen Zeiten dieselbe Aussprache 
hatle wie im* Neuen Reiche^ nämlich ^^ (^), maA oder mahi^ wie noch 
im Koptischen Ms^^i. Die Wörter {icpo|€ und kuii von unsicherer Bedeu^ 
tung oder zweifelhaftem Werthe kommen hier nicht ib Betiacht. DieGih^pe 
im Anfange der Elle 1 ^^ - ^i ist daher ohne jeden Zweifel zu lesen mahi 
sut^n „königlii^he Elle". Es ist nicht richtig das Wort iuten^ wie dies 
noch immer allgemein geschieht , seinem Substantiv vorzusietzen , und dem^ 
nach hier zu lesen suienmahi^ da die Adjective 1^^ suten und \ nuter 
nur fEur das Auge, aus Respekt vor Gott und dem König, vorgesetzt zu 
werden pflegen, nicht vorher ausgesprochen wurden. Die grofiie Eile, gleich 
der vollen Länge des Bfaisstabes, hie£i also, wenn sie von der kleinen Elle 
miterschieden werden sollte, „die königliche", wie in Ptolemäileher Zeit 
der zu dieser Elle gehörige Fuis ^ot/9 480^1X^09 hiels, und wie ebenso schon 
von Herodot bei Angabe des Blalses der Mauern von Babylon ein infxi^^ 
(ia<sO^%U vom i9ili%\jg fmi^itg unterschieden wurde. ' - > 

Die nächste Gruppe 1- ^ ^^^ würde phonetisch zu schreiben aein 
"^^^'vT^, mahi n^l't, „die kieipe Elle". Von den 28 Fingern der 
„königltchen"£Ue enthält sie 24. 

Die dritte Abtheilung wird durch /f-«i& beteiehnet. Auf der Elle no. 1 
Meht allerdings /wjfl , also genau dasselbe Zeichen^ welches in den beiden 
Gruppen vorher die „Elle" bezeichnet. Es kann aber wieder kein Zweifel 



I.U. 



(') Deokm. m, 27, 11. Toatenk K, M9, 9^ 10. 111,12. 149, 4. X 8^ oft. 



33 

sein , da& hier nur eine Verwechselung vorliegt ; denn es ist nicht denkbar, 
dals hier nun ein Abschnitt von 20 Fingern folgen sollte, der einfach ^fElle"* ge- 
nannt worden wäre, ohne jeden weitem Zusatz ; denn das ist schon oben ge- 
zeigt worden, dais die Stelle, wo das Zeichen steht, und die .weite Entfernung 
vom folgenden, nicht zuläfst, beide Zeichen etwa zu einer Gruppe zu ver- 
binden. Auf der Elle no. 2 fehlt das Zeichen, wenigstens an der gleichen 
Stelle, ganz. Wenn dies nicht wieder nur eine Nachlässigkeit des Yerfer- 
tigers ist, so wfirde man nur daraus schlieisen können , dafs die Abtheilung 
von 20 Fingern eine selten gebräuchliche und imwesentliche war , die man 
sich auch ganz zu übergehen erlauben konnte. Auf der Elle no. 3 ist das 
Zeichen so vorgestellt, dals es sich deutlich vom Arm unterscheidet als 
Yogelklaue und steht an seiner richtigen Stelle. Wir werden daher diese 
Form , wenn sie auch vorläufig nicht weiter nachzuweisen ist , för jetzt als 
die richtige ansehn müssen. In der Griechischen Metrologie finden wir den 
Namen irvytiv für ein Mafs von 20 Fingern, dessen Gebrauch schon bis zu 
Homer zurückgeht (der sich(^) des Adjektivs Tcv^ovtnog bedient) und sich 
auch bei Herodot (2, 175) findet. Von PoUux und Eustathius wird der 
wym auf die Länge des Arms vom Ellenbogen bis zu den eingebogenen 
Fingern (^), also bis zum mittelsten Knöchel des Mittelfingers, zurück- 
geführt, ein Mais, welches zu lang erscheint, da die beiden vordersten Fin- 
gerglieder nicht wohl als ein Palm gerechnet werden können. Das „Vogel- 
bein" /r^i^ ist Determinativ des ganzen Armes ^---^ D^^^^^(3), kehj ^&oi, 
wie Thierglieder meistens Determinative der Worte für menschliche Glieder 
sind, und, weil wir zumeist nach den Armen rechts und links bestimmen, 
auch Determinativ för ff^T> unam^ rechts, und !kj , aÄ/, links (^). 
Noch specieller bezeichnet es aber den Oberarm und die Schulter, weil 
beim Vogelbein der entsprechende obere Theil besonders heiTortritt, im 

Gegensatz zu ^ ^^y, ää^uij den Unterarmen (Denkm. III, 13, 9, 7), die 

dann aber auch oft för die Arme im allgemeinen gesetzt werden. Daher wird 



(•) Od. 10, 617. 11, 25 
(*) Haltsch, Metrol. p. 35. 
C) DeDkm. IV, 60, a. 

C) 2^iifcbr. (nr Aeg. Spr. 1866. p. 9. 12. 22. 
Mhandlun$en der phiios.-hisior. Kl. 1S65. Nr. 1. £ 



34 

8^/r<Äi kahuf die Schulter (*), und r""««i /f^A(^)y remeriy der Ober- 
arm , damit determinirt. In dieser letzten Bedeutung wird nun das Vogel- 
bein auch ideographisch ohne phonetischen Beisatz geschrieben, wie aus der 
Gruppe des 33. Dekans in den yerschiedenen Dekanlisten (^) hervorgeht. 
In der griechischen Umschrift des Hephaestion lautete dieser Dekan nach 
den Handschriften Voyjiofia^t oder Fofjß^oixa^^ was mit der entsprechenden 
hieroglyphischen Gruppe nicht identificirt werden konnte. Hr. Goodwin(^) 
hat in einem griechischen Papyrus , der ein Horoskop enthält, eine Anzahl 
Dekan-Namen gefunden, deren Vergleichung mit Hephaestion, wie er zeigt, 
manchen willkommenen Aufschluüs giebt ; darunter die richtigere Lesart für 
den 33. Dekan Fsixsvaa^e^ in welcher er die Lesung remen für /r-*^ un- 
zweifelhaft richtig erkannt hat, wie sie sich auch in der von Biot (^) ange- 
zogenen Stelle des Origenes (^) im Wesentlichen wiederfindet, wo der 
Dekan 'Pa/xavp^ lautet. Nur schreibt er den Arm - ^ statt des Vogel- 
beines /r^^^ und übersetzt „Schulter" statt „Oberarm" (J). Die Aussprache 



C) Denkm. in, 227. Todtenb. K. 165, 13. 

(*) Denkm. III, 13, a, 7. IV, 74, c. Ros. M. C. Uv. XXXm, 2. Todtb. E. 124, 4. 5. 152, 3. 

(') S. m. ChroDol. I, p. 69. 

(^) Cbabat, if//. II, 299. 302.— Et itt mir lubekannt, warum Brogscb, Ifon. de 
fEgjpU I, p. 8. 9, das Zeicben mar liest. 

(*) Sur U zod. de Dend, not. 53. 

(*) c. Cels. VIII, 58. 60. Paris 1733. 1. 1, 785. 786. 

C') Der obere und der untere Arm des Sahu ist bier nicbt von einem obern and 
untern Theile eines Armes oder Oberarmes eu versteben, obgleich darauf der Unterarm - . - ^ 
desselben Sahu folgt; dem würde scbon entgegenstehen, dals zwischen dem obern und untern 
Arme das Ohr des Sahu eingeschoben ist; sondern der obere Arm kann nur der von beiden 
zuerst aufgehende linke, der untere der zuletzt aufgehende rechte Arm sein. 
Was aber den zweiten Theil des Wortes PsfJLSvaaos betrifft, der entweder aaoe oder, wenn 
das erste a zu Pe/xev gezogen wird, aoe lautet, so scheint es mir bedenklich, ihn aus dem 

hieroglyphischen v\ oder pssi herzuleiten, obgleich dies lautlich kein Bedenken hatte, 

wie aus andern Dekannamen hervorgeht, z.B. XovTaoe aaj[eni'hur. Denn es ist schwer 
zu glauben, dais man einen Dekan nur „den obern Ann" genannt hätte, ohne zu sagen wes* 
sen Arm gemeint ist. £s konnte dies wohl in den hieroglyphischen Listen geschehen, wo 
das zugehörige Sternbild vorher oder bald darauf genannt war, besonders in den spaten 
Listen, wo man auch nur aus Bequemlichkeit oder Ungenauigkeit das Hauptzeichen zu wie- 
derholen unterlassen konnte, aber nicht in der griechischen Liste, in welcher die fremden 
Namen conventionell festgestellt sein mulsten« Es wäre auch das einzige Beispiel der Art 
in der ganzen Lifte. In der Silbe -a^, -oo^, -o^ scheint yielmehr der Name des Sternbildes 



35 

findet sich sogar im Namen des Gestirns vollstfindig ausgeschrieben im 
Todtenbuche E^apitel 64, 12: ^^^^Üjl ,,die beiden Arme des iSaAw'*. 

* ' AM6M /r*«iiÄ "^"w X-l 

Ebendaselbst K. 17, 52 werden die Äugenbrauen eines Gottes mit den ,,Ar- 
men der Wage" verglichen, welche ^ ^;^ ^ Jl] H ijl remen^ 

men{}) maxif in andern Stellen ^^^,.^,,,^^1^^^^^ (^)> ^^''^^'^-'^ 
mäxoy genannt werden. Die Vergleichung lehrt, dafs hier wieder yor- 
nebmlich der Querbalken , gleichsam die Oberarme der Wage zu yerstehen 
sind. Die phonetische Gruppe ist aber weggelassen in demselben Texte des 
Alten Reichs auf dem Sarkophage des Sebäk-äa zu Berlin, wo statt dessen 
nur die Vogelbeine Jj:^ stehen, welche demnach für sich allein remen-ui 
zu lesen sind. 

£0 Kegen. Dieses keifst in den alteren Listen \ \^ das ist Sa hu. In den Ptolemäischen 

Listen aber, auf welcbe nachweislich und sehr begreiflich die Griechische Namensliste allein 
xornckgebt, Terschwindet die Gruppe Sahu gänslicb. Statt ihrer tritt in Ed/u (Brugsch, 
Mon. pLVII. YIIL X) und in Dendera (Chronol. I, p. 69) hinter dem oberen und dem 

untern Arme der Dekan „^^ ^, üar^ auf, der auf den älteren Denkmälern unbekannt ist 



Da es nun wobl nicht zweifelhaft ist, dab der altägjp tische Sahu^ der als ein laufender 
Mann dargestellt wird, welcher einen oder auch beide Arme erhebt, mit rückwärts gewen- 
detem Gesichte, und eine gro(se Gestalt gewesen sein mufs, da er sich über 5 Dekane er- 
streckte, dem Orion des Griechischen Himmels, der als ein riesiger Jäger vorgestellt wurde, 
entsprach, so liegt die Yermuthung nicht allsufem, da(s das Sternbild in Griechischer Zeit 
selbst den Griechischen Namen erhielt, wie ja auch die Griechischen Zodiakalbilder in den 
Aegyptischen Himmel au^enommen wurden, und sich auch andere noch wesentlichere Einflüsse 
der Griechischen Anschauung auf die Aegyptische Lehre nachweisen lassen (s. meine Abb. 
über die Götter der Elemente). Der Name ^iJo/cüv, 'SiaoiU}V (Pindar) würde dann selbst 
wieder eu üär^ OvaDC, 'O^, agyptisirt worden sein. Man könnte allerdings daran denken, 

dafs das dem Orion vorausgehende Sternbild ^^ ^, Art^ (1^ ^^, Aar^ etwa in dem 

spätem üar wieder auftauchte, um so mehr, da sich in einer Liste (Brugsch, Rec. p. X) 

2u ^fu auch in der (ruberen Gruppe ^^^.^ Jl ^* Uar^ geschrieben findet; und ebenso 

in dem Papyrus Goodwin sich der Name Afloo an beiden Stellen wiederholt. Doch spricht 

dagegen die verschiedene Schreibart in Dendera (1 ^ und ^^ n ^Y^» ^^^ bei Hephaestion, 

welcher Eou) und Ova^€ schreibt Da man erst später beide Sternbilder verwechselt haben 
könnte, so wird der Zweifel endgültig wphl nur gelöst werden können, wenn sich etwa ein 
Ptolemäisches Denkmal fände, auf welchem neben der Gestalt des Orion entweder der Name 
Sahu oder Uar gefunden würde. 

(*) Eine beachtenswerthe Dualform, wenn der Schreiber correkt schrieb. 
(«) K. 71, 11. 

E2 



36 

Wir sind hiernach berechtigt dasselbe Zeichen auch auf den MafiMlä- 
ben remen zu lesen. Die ursprüngliche Bedeutung des Oberarms weist 
aber darauf hin, dais yon diesem auch das Mals von 5 Palmen hergenommen 
war. Und in der That stimmt dieses sehr gut zusammen mit dem Mals yon 
der Schulter bis zum Ellenbogen, welches in der Natur, und ebenso in den 
altägjptischen Bildern imd Statuen ungefähr um 1 Handbreite kürzer ist, als 
die Elle vom Ellbogen bis zur Spitze des Mittelfingers. Dies bestätigen die 
genaueren Zeichnungen aus allen Zeiten, während die griechische Angabe 
vom natürlichen Mafse des Trvym auf die ägyptischen Zeichnungen nicht 
paust; denn hier würden die 5 Palmen Tom Ellbogen nach der Hand zu ge- 
messen in der Regel nur bis zu den ersten Knöcheln fahren , bis zu welchen 
nach später griechischer Angabe die 18 Daktylen der irvyiJLii gerechnet wur- 
den. Ein wirklicher Gebrauch der Trvyiii{ als bestimmtes Maus läfst sich nir- 
gends nachweisen; er ist nur yon den TlvyiJLaiQi her, denen man später 3 Spi- 
thamen Länge gab, erschlossen worden. Auch ist es an sich durchaus 
unwahrscheinlich, dafs man in alter Zeit eine besondere Bezeichnung für ein 
Maus yon 4^ Palmen gehabt haben sollte. War es ein Mafs, so wird es yiel- 
mehr dem mjym oder dem irovg gleich gewesen sein ; erst später suchte man 
für das Wort eine yon beiden yerschiedene Länge. 

Es folgt die Unterabtheilung yon 4 Palmen, welche durch V^ be- 
zeichnet wird. Dieses Zeichen scheint ursprünglich tser oder ^ser gelautet 
zu haben nach den Varianten in den Opferlisten des Alten Reichs Denkm. IT, 
147: "^P^; n, 92: ^^^; H, 35. 58: V^; H, 28. 260: 
^^ o. Hiermit sind auch im Neuen Reiche die Doppelinschriften in den 
Königsgräbern zu yergleichen, wo sich gleichgestellt finden, im Grabe Sethos I 

und >-^ ^^ fwi ; im Grabe Ramses VI : ^~^ i und ^2^^> 



so wie A^ -Hl— tv^v] und cs«^ V^ (Denkm. m, 224, #)• In andern Fällen ist 
die Aussprache ser für dasselbe Zeichen nicht zu yerkennen, wie auf den 
Obelisken yon Luqsor ( * ) : fl ^^ i=i-=a , in einer Legende zu Ahydos^ wo 
0$irU genannt wird ^=7 r^ rcrm. Die gewöhnlichste Schreibung ist ^^, 
woraus nicht mit Sicherheit zu erkennen ist, ob tser oder ser zu lesen ist. 
Was aber die eigentliche Bedeutung dieses Wortes ist, namentlich als Mafs- 
bezeichnung, bleibt noch dunkel; das Koptische giebt, so yiel ich sehe, 

(*) Champ. MoD. pL 321. 



37 

keinen sichern Anhalt, weder fSr die eine noch für die andre Lesung. Das 
Mafii betrug jedenfisills i Palmen , also \ der kleinen Elle. Das ist in allen 
späteren Maissystemen die Linge des Fufses. Dafs in dem Zeichen %^ 
ein Wort för den Fuis, oder eine Hindeutung auf das Fufsmafs liegen soUte, 
ist nicht glaublich. Wir kennen den Namen des Fufses ; dieser war biero- 
gljphisch f^ ^ ^, auch ohne phonetische Gruppe ^ ^ ^ ( * )f rat, fem., kopt. 
pa^T, pes (im Gegensatz m c-EL ^ pot, welches das Bein vom Knie abwärts, imd 
^ ^, meriy welches das Oberbein, den Schenkel, bedeutet) ; ebenso den 



Namen der Fufssohle, welche, wie die Sandale, ^ J||» teb^ hiefs. Dagegen 
weist V^, wenn das Zeichen ursprünglich eine mehr figurative Bedeutung 
hatte, vielmehr auf ein MaCs am Arme hin, z. B. yom Ellbogen bis zum Bal- 
len des Daumen oder bis zur Handwurzel. Wie dem nun auch sei, so ist 
es doch immer bemerkenswerth , dais sowohl Zeichen als Wort den Fufs 
geradezu ausschliefsen. Dazu stimmt, daüs wir im altägyptischen und Tiel- 
Idcht auch in den asiatischen Systemen, das Fufsmafs entweder nie oder 
doch sehr selten angewendet finden. Die regelmäisige Skala war Elle, Palm 
und Finger, denen zuweilen noch die halbe Elle oder Spithame zugefugt 
wird. Herodot (2, 149) erwähnt zwar bei Gelegenheit einer Aegyptischen 
Messung nach Orgyien , auch des Fufses , der 6 mal in der Orgyie enthalten 
und i Palmen gleich sei, doch bedient er sich durchgängig der griechi- 
sehen Ausdrücke, die ullerdings der Eintheilung des Systems nach ebenso- 
wohl auf die Aegyptischen Mafse pafsten. Das Maus W^ war jedenfalls yon 
seltenem Gebrauche ; in Inschriften ist es noch nicht aufgefunden worden, 
während sowohl i als 5 Palmen in Berechnungen nach Ellen yorkommen. 

Es folgt die Spithame oder halbe Elle; zunächst die grofse Spi- 
thame J ^_ ^ von 3^ Palm, als Hälfte der königlichen EUe, dann die 

kleine Spithame ^J L, "^^ "^^n 3 Palm, als Hälfte der kleinen Elle. Das 
griechische (nri^afAvi ist von ttfI^w c= iKruvta abgeleitet, wie die „ Spanne'' der 
Hand Tom Ausspannen derselben. Ebenso zeigt schon das hieroglyphische 
Zeichen der ausgespannten Yogelkralle J [^ , dafs das ägyptische Mais gleich- 
falls vom Spannen der Hand hergenommen ist. Wir besitzen noch das kop- 
tische Wort dafür eprco oder epTcon, ^, welches von Tattam und Andern 

die ihm gefolgt sind, nach der lateinischen Vulgata unrichtig durch palmus, 

« 
i_ " . _ 1 1 II — — - - 1 — 

(<) Todtb. 126, 69. 60. 



38 

mensura quatuor digitorum wiedergegeben wird, statt durch spUhamß oder 
dodrans d. h. \ Fufs (^). Es entspricht dem hebräischen nnt, welches auch 
lautlich mit T-cprco zusammengestellt Worden ist. Leider ist die phoneti- 
sche Gruppe für J [^ noch nicht gefunden. Vorläufig ist es daher am wahr* 
scheinlichsten, dais sie dem koptischen Worte entsprach. Denn dals fpTio 
aus dem Semitischen Mafssysteme herübergenommen imd aus nnt entstanden 
sein sollte, ist unglaublich, da das Mafs, wie die Ellen lehren, ein altägyp- 
sches war und xur Vertausch ung seiner Bezeichnung mit einem semitischen 
Worte ebenso wenig ein Grund abzusehen ist, wie zu einer späteren Ver- 
änderung der Benennung überhaupt. Es ist zwar aufgestellt worden, dafii 
^ . wie aus der Variante JL, = ^^ JL, = '^ä^ in einem Völkemamen her- 
vorgehe, die Aussprache pud oder put gehabt habe und mit dem koptischen 
ndwT, pes^ eins sei ('^), woraus dann weiter geschlossen worden ist(^), dais 
im Aegjp tischen Mafssjsteme der Fufs als halbe Elle der griechischen Spi- 
thame entsprochen habe ; indessen wird gerade in jener früh und spät häui- 
fig wiederkehrenden Völkerliste <^q^ und J ^_ so streng in yerschiedencai 
Namen ohne Wechsel auseinandergehalten, dais eine lautliche Identität nicht 
wohl anzunehmen ist. Auch steht die Lautung der Hieroglyphe ^^ noch 
keineswegs fest, und der wirkliche Bogen, wo er abgebildet wird, heifst 
öfter I an als ^ EL^ , pet. Die Gruppe ^R^*^^ ^^^ meines Wissens noch 
nicht gefunden worden, sondern nvr ^ Q.^ ./»^, wie auch «/»v. allein häufig für 
pet gebraucht wird. Femer wurde in einer Gruppe ^g jj| J ^_ s= ^^ ,JU d^s 
ideographische Zeichen des Bogens nicht als phonetische Aussprache für J^ 
dienen können. Wir haben daher «^«^ in Verbindung oder im Wechsel mit 
J^ in jenen späten Inschriften wohl nur als Ungenauigkeiten und Verschrei- 
bungen anzusehen. Auch ist die Vergleichung mit ik^t, pes^ welches, hiero- 
g1 jphisch ^S-^ ^ ^ oder D, g^, aber nie mit der Vogelkralle geschrieben 
wird, hier um so weuiger statthaft, da pat nicht den Fuis, sondern das 
untere Bein yom Knie abwärts bezeichnet. Man würde zur Bezeichnung des 
Fufses als Mafs nur ^^ ^f^ rat^ kopt p^^T, OTrepRTe haben wählen können, 
welches lautlich in der That leicht genug mit epTco zusammenzubringen wäre. 

(*) Palmus oder palma wurde in spaterer Zeit, und so in der Viilgata auch für spUhama 
gebraucht; s. Hultsch p, 60. 
(*) Aegjpt. Zeitschrift 1863. p. 53. 
C) Zeitschrift t864. p. 42. 



39 

Aber auch diese Vergleichnng würde xu verwerfen aein, weil in den alten 
Mafssjstemen der Fufs nie die Hälfte, sondern \ der Elle war. Auch weist, 
wie schon bemerkt, die Hieroglyphe J [^ selbst auf die Spanne der 
Hand hin« 

Über das nun folgende Maus von 2 Palm , ausgedrückt durch zwei 
Hände» deren jede nur 4 Finger zeigt, ist schon oben gesprochen. Im grie- 
chischen System wird hier von Heron die ^i%aV, „die Hälfte", nämlich des 
Fufses genannt, die aber im Gebrauche so wenig nachzuweisen ist, wie das 
ägyptische Maus. Es ist begreiflich, dafs für das System selbst eine gröisere 
Vollständigkeit der Bezeichnungen aufgenommen wurde, als fiar das gewöhn- 
liche Leben eigentlich nothwendig gewesen wäre. 

Eben so wenig dürften die beiden nächst niedrigeren Mause c^i von 
6, und liOa von 5 Daktylen im Gebrauche gewesen sein, imd es ist daher 
vergeblich sich nach den phonetischen Ausdrücken dafür umzusehen. Für 
^ ist die Lesung kap angenommen, und die Gruppe ^^ c^ dafür angefahrt 
worden. Mir ist diese Gruppe nicht vorgekommen, sondern nur ^^^jp^C) 
oder ^'^^^, auch^i:^«^^^ ^ , oder ^g^gj^ geschrieben (^) und dieses 
ist nicht die geschlossene l^aust, sondern vielmehr die ungeschlossene, in 
den angeführten Beispielen die abgehauene, Hand. Champollion(^) 
findet in kap das Koptische 0(on (vielmehr goit, ^), paume de la main. 
Doch w|bre der Übergang von ^^z^^ zu ^ kein regelmäisiger. Vielmehr ha- 
ben wir damit das von Brugsch richtig angeführte e'on, n, planta pedis^ 
ungula zusammen zu stellen ; dies hat aber eben nichts mit der Faust zu 
thun, sondern geht ohne Zweifel auf die ursprüngliche Bedeutimg vola 
zuriück , welches sowohl vola manus als vola pedis sein konnte , von e'on, 
caperef weil man mit der innem Hand greift. Brugsch giebt "^ als ein 
Femininum; es war aber gewiüs, wie das Koptische ^on, maskulinisch; 
sonst würde das weibliche o nicht überall fehlen, "^^gj^ ist vollständig 
vola manus j für die nach innen gekrümmte Hand überhaupt, und wenn 
Denkm. HI, 199, a, 10 auch ^j^ geschrieben ist, so scheint dies nur ein 

(*) Chsmp. Mon. p1. 206. 19 Rot. Mod. St. 135. Die Zeichnung ist in beiden Wer- 
ken nicht genaa wiedergegeben, sie ist so, wie sie hier im Text gegeben ist. 

(*) Denkm. in, 199, a, 3. 11. 13. 

Gramm, p. 93. 



iO 

Fehler zu sein statt f^ oder ^f^ wie a^ H (0- ^^^ Fauet kommt nach 
Ghampollion(^) ideographisch als Femininiim yor, ^; mir ist sie nur 
als Determinativ der Gruppe ^ ""^^ bekannt, X^f^'* welches mit gcoqe, n, 
pugiUuSy pugnusy zusammen zu steilen ist , wenn letztere Bedeutung richer 
steht. Hieroglyphisch ist mir die häufige Gruppe X^f^ ^^^ ^^ ^^^ symbo- 
lischen Bedeutung ^Gewalt, Herrschaft", oder als Zeitwort „vergewaltigen, 
bezwingen'' vorgekommen (^). Wenn wir aber auch wirklich die Faust 
X^ff^ sKu lesen hätten oder ein anderes Wort dafür fSbiden, so würden wir 
dieses dennoch nicht auf unser Maüszeichen auf der Elle anwenden dürfen, 
weil dieses keineswegs eine geballte Faust bedeuten soll , sondern den aus- 
gestreckten Daum der zweiten Hand, als sechsten Finger, der selbst wieder 
die 6 Finger oder 1^ Palm andeuten soll, ein Maus, dessen Wort offenbar 
nichts mit der Faust zu thun haben konnte. Dieses Wort bleibt also unbe- 
kannt, ist auch von wenig Nutzen, weil man gemeiniglich dafür 1 Palm 
2 Finger zu sagen pflegte* Eher wäre es denkbar, da£i man die volle Hand 
«C^, tot^ für 5 Finger gesagt habe, obgleich auch dieses als besondetes 
Mais, aufser etwa im geschriebenen System, wie auf der EUe selbst, schwer- 
lich jemals im Gebrauche gefunden wird. 

Anders ist es mit der Handbreite zu 4 Fingern, «ea , welche im 4ten 
Felde von links figürlich dargestellt ist. Auch diese ist zwar bis jetzt auf 
andern Denkmälern als den Ellen selbst noch nicht gefunden worden ; der 
Palm zu 4 Fingern war aber die regelmäfsige Unterabtheilung der Elle und 
im gewöhnlichen Gebrauch beschränkten sich die Maisangaben auf Ellen, 
Palmen und Finger. Für den Palm war daher auch eine bestimmte Wort- 
bezeichnung durchaus nöthig , und es ist wohl kein Zweifel , da£i das kopti* 
sehe Wort oion auch die Lautung des hieroglyphischen Zeichens 4K3 war, 
wie bereits ChampoUion (^) annahm. Hiermit ist nicht die „empfangende 
Hand" ^^ zu verwechseln, welche iop, ogion, €u:ciper€j redpere, bedeutet, 
obgleich die Wurzel ursprünglich ohne Zweifel dieselbe war. Die Hand^ 
breite konnte von der empfangenden Hand benannt werden, weil bei beiden 

(*) Ebenso auch wohl ^j^ Denkm. III, 12, d, 10. 14. 17. 26. 

(') Gramm, p. 93. 

(') Todtb. c 28, 6. 31, 10. 32, 8. 42, 10. 21. Birch bei Bunsen, Eg. Place toI. I, 

p. 512 liest die Faust auf der EUe Ar/a, doch ohne eine Autorität flir die Lesung aosugeben* 

{♦) Dia. hiirosh 



41 

lue aiaagtfttreckteii Fioiger eng nuammengdbalten werden. Dieselbe Ver- 
gleicl|iiiig findet «ich in der GiStehiscken Sprache, wo statt «aXaio-nic, ira- 
Aaicmi äudi ^(^ iännkoÜ^xj^ uo<l> n9<M>i2 munerum daUo semper gerltur 
fer nümu$ pabttOm** wie Yitnrr «rklirt, auch jlZ^or gesagt wurde (*). 
Stellen über die Läutung dieser Hand iap, ^C), Qc^), ^(*)und 
über die Variante ^(0» hat Brugsch(<^> beigebracht; doch ist die Ver- 
wechselung Ton c=>, mit der gespreisten Hand «CSst die er den modernen 
SopiaieD zuschreibt, nicht Hadigewiesen worden« In den von ihm ange- 
fidürlen Stellen steht yielmehr nicht die ge^mizte Hand , sondern die em- 
pfangende Hand , die uirsprüngÜch Tielleibht gebogener dargestellt sein 
sollte, dann. aber in griechischer und römischer Zeit Ton der gewöhnlichen 
Handfidrm c±> meist nicht mehr unterschieden wurde* Eiot verschiedene 
Darstellung ist^dlerdingjs Auf demi^filen Sarköphagdeckel , den Brugsch (^) 
mitliieilt^ aber auch diese aoU köine gespreiste^ sotideim eine zum ESmpfiinge 
geb^ene Hand sein. Dafs hier neben dlem Damh nur 3 Finger zu sehen 
änd, ist wohl nur Zu&U ohne Be^utung. Die gespreizte Hand wurde sich 
auch nimmer för den Begriff des Bmp£Migens pcan geeignet haben , sondern 
eher ein Symbol der Verweigeitung abgegeben haben ^ und. wurde noch we-^ 
niger zur Darstdlung dea Palm gepafirt haben , #eil sie nothwendig ffinf 
Finger zeigt, der. Palm aber wesentlich nur aus vier Fingern» und zwar aus 
4 zusaiiimtogehaltenen Fingern besteht« Endlich findet sich ja die fiinf* 
fiagrige Hand m£ den Ellen sdbst, und eben nicht als Palm, sondern als 
Maus von 5 Fingern« Dbb deutliche Hervortreten des Daumen in den an* 
geföhrten Gruppen «ss> iop oder ^^ s-iop scUieist aber auch diese Form 
der Hand vim der Bedeutung d^ Palm aus, weä der Palm, wie es auch auf 
den Eälen geschieht, ohne Daum, erscheinen mufii« Di6 einzige Form , die 
wir bb jetzt für den Palm in andern Inschriften als auf den Ellen kennen, 
ist der etwas gekrümmte Stcidi /--^. So erscheint : der Palm in den von 



(*) Hultsch p. 33. 

<*) Denkm. IVt 9t a. 

(•) IV, 60i b- 

C) KoDigsbach no. 720, £. 

(•) i>eokiii. IV, 21, d. 

(«) Zattcbr. 1661, p. 42. 

C) iltfciütf, fL XVU, MiMsIstrar. 

Abhanäiungen der philos.-hiiior^ Kl. 1865. Nr. 1* 



« i 



43 

Brugsdi angefahrten Stellen aus PlolemSecveit , ebenso aber bereits im 
Aken Reickin den Aufiichidfien; der Pjniniideiiblteke>, die ifcb »oben^p. 12) 
aageföhrt habe, niid aufNden Ellen selbst , die in die ersten DjMwtieen des 
Neuen Reidhs surfickgehen; ebenso endüob auch in den biaratiaehen In* 
»ckrifteii des Papyrus Toa 'H^urin , dessen aueh schon oben geda^t lat* In 
den letztei^n steht über dem Strich ein Punkt ^.1^, der gelegentlich bis 
amn Striche 'herabgezogen ist/ so dais da8> Zeiöhen der bieratischen Form 
der gesröhnlichen Hand ^j2m# sehr ihnlicb wird, iro delr obere ünaats dem 
Daumen der Hand <:sDi(entipicbt. Diese flerleiiang des hterattsobeiiZfeichena 
ist aber nicht richtig, ^ohderü ider «Pmikt ist, irie bei mianchen^ iEmdem hiei^«» 
loschen Zeichen, nur >als diakritisehe 2iuthat anausehn, am tden Strich y-«v von 
an<lem ühnlicben Stribben als Zeichen des Palm i m innlerscbeiden. XKe 
Hand selbst kommt in^deasi^biin hieraüscfaen Iniehriften tot, ist dann abet 
in der !gewi&hnlichen Weise gescfarieboi. Wais nun aber diesen Palm«*Stdch 
^-«*i oder^—«^ selbst betrifift;, so baUbe ich ihn (iennodi nur iför ^eine aehr £rflhe 
Abkürenng ^ sei es der Tierfingerigen ' Hand ^aea , eei eli, wna ^elleiclit nodi 
mehr für sich hat , der 4 laisfreeht alebenden Vioger H)) « ^^™^ ^ Finger 
erscheinen leicht, wie reibet auf inehreveiil SU^ iiii^ und 

diese worden iauch äs andern FiUcb inicfat aeftt^ i in eineBi Querstrich« susam* 
mengeiogen^ z^B. ia den hiemtiBchen ZafahBeichen 'selbst , ' wo SB^ 8 aua 
t;;; sweimal 4, ""^ Täua <|]^ 4 und 3, ^ 5 ws nii[4 mid 1 gebiUel rind. 
fis ist daher nicht ^nvTahrscheinliGh, dafs dar Wort iopi^ ipen, po/mar, die 
flache 'Susammengrfialtene Hand (ak Zeitwöit ^äoctpei^y BPnn) in der ^raebe 
auf die Handbreite, vraXoftrnif, pa^i^, :gaiii» unabfate^ irondea 4 oder 
5 FingecD, übertragen wurde, daft jedoch in dem aüsgabtldelenMailMyflJteme, 
in weichetti der palmus nur 4 Finger Breite hatte, diese ur^nrungUcih iauch 
durch 4 Finger tiii schriftlich dargestellt wiirde« Dieise4Finger oder Striche 
wurden bereits in frühster Zeit ftr gewöhnlich «adi hieratisciher Weise xu ^^^^ 
zusammengezogen, auf den Ellen aber ausnahmsweise in dem hieroglyphischen 
Zeichen den daumlosen Hand «ta trereinigt, ebenso wie die Zeichen tfp3 
und tb für fanf und sechs Finger, und ^^ für zwei Palm, eich ij^cfafalls 
schwerlich anderswo als auf den Ellen finden werden. Für' diese 'An^icfht 
scheint mir Torzüglich auch der umstand zu sprechen ^ daß auf den Ellen 
selbst zwar in der Reihe der Theilgruppen der Palm durch afca, ausgedrückt 
ist, in der Zshlung der einzelnen Palmen aber, weilti die daivon gegebene 



4a 



"■■ y 



ErklSruog richtig ist , die verkürzte Form ^^ bereits daneUa angeweiifdet 
wird, wefl sie hier Rechnungszeichen ist. Die Tierfingenge; i^^ «K9;^rd€ 
daher zwar in einem anspruchsvollen hieroglyphiscben Tfxte gelegentlicb 
gefunden, im gewöhnlichen Gebrauch aber schwerlich nachgewiesen werden 
können, der sich vielmehr der Abkürzung y-«v von Alters her durch alle' 
2ieiten bediente. 

Der Finger, ), die kleinste Malseinheit, lautete bekanntlich /ei d^)^ 
koptisch TH&e, ni, digitus, dessen phonetische Schreibung j\nr^fteba^ yo|ii 

Brugsch in einer Stelle nachgewiesen worden ist, die sich Denkm. IV, 48 
publidrt findet. Das Slafe' Tdn 9 und ton 3 Bing^rbrdten wird dürdi 2 und 
3 Rttger bi?zeicbnet, Wöffit ebwisowcnig besondere Worte übBch gefweseh 
sein werd«i, wie ^föir 5, fr uftd iS' Finger. 

Hjertnlt kiüd di€ auf dfein BUen Veiwichnetien Üut^rabtheilungen er- 
schöpft. Ihre Übef*sfck ist die fbijgettdfer » *' i. 

J^ - ^j Mahi suten\ „die königliche EUq*^, d. i. die grofse Elle von 
7 rälmen öder 28 Fingern der kleinen Elle. 
"^, Mdhi fieia^ „die kleine Elle*', von 6^ Palmen oder 24 Fingei:n. 
, Aemerij entsprechend dem griechischen ^ru^eJi/, von 5 Palmen oder 
2Ü Fingern. 
W^, Ser (oder /'«*^r), dem griech. Fufs entsprechend, 5^ der kleinen Elle, 
' d. i. 4 Palmen oder 16 Finger.' 

m^f Erto{?) äOf „die gro(se Sipanne*V<''^^^M^9 V 6^^^^^ ^^> 3*-« ^^^™®^ 
oder 14 Finger. 

, Ertö netsj „die kleine Spanne^, ^^ kleine E31e, 3 Palmen oder 

12 Finger.* 

2 Palmen oder 8 Finger, wahrscheinlich ohne besondem Namen, 

tb, 1^ Palmen oder 6 Finger. 

, 5 Finger. 

^0j7, „die Handbreite^, d. i. 1 Palm oder 4 Pinger, in der Regel >^ 

geschrieben. 





(') W«g«a diMpMa ;Wpn^le^n49iMttM» bti^iciibellie ier Finger Mch i^ Ealil id;000v 
kapt.Tli«^; mit dem I>ctef|iuDaUT der Sonne | die Stnodfv wp|^^ Ti^lleithl da^ kofti^cbe; 

«^ «^oui,* "ti Aora. , Nach Borap. 8, 6 . bescjjebnel^ d^' Finger andi defi^ Ma|oi^ at«$i^f^. 
0ToVur<)(,oi' SY;Xof Scpn'vXof ,, Tielleicht mit dem koptischen TK&e, Ta>fti, rec^iac^ium^ susam- 



nentnttclleri. ... i i 



F2 



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I r '\ 



44 

) I) , 3 Fingerbreiteii. 

H, 2 Fingerbreiten. 

\, Tebä, ^die Fingerbreite", AmctwXo«. 

£=, .^Finger, 

<=>, ^Finger, 

Yfff, |{ Finger u. s.w» bis 

ffjT, ,L^ Finger. 

Es bleibt nun nocb übrig das Yerbfiltnib der groüsen sur kteiaeoi BUe 
nochmals ins Auge su fisissen, wobei sich mehrere ungelöste Bedenken auf- 
drängen. Zwei Ellen, welche anerkannt neben einander bestehen, mfissen 
einen verschiedenen Ursprung oder einen verachiedenen Z wock gehabt haben. 
Worin kann die eine oder die andere dieser Verschied^nhieiten bestanden 
haben ? Es wird femer, seit der Entdeckung der alten Mafsstäbe, allgemein 
angenommen, dafis die grbüse Elle in 7 Palmen getheilt war. Woher diese 
unnatürliche imd ungeschickte Eintheilung, welche keine einsige Unter- 
abtheilung zwischen der ganzen Elle und dem Palm erlaubte ohne mit dem 
Palm selbst in die Brüche zu kommen? denn selbst die halbe Elle oder 
Spithame besteht danach aus 3^ Palm, Ist es wahrscheinlich, dafs der Bau- 
meister jenes Pjramidengrabes, dessen oben Erwähnung geschah, unter den 
3 Ellen 2 Palmen ein Mafs yon 3 und ^ Ellen verstand? 

Mir scheint die Annahme ungleich wahrscheinlicher z^ sein, dals nicht 
nur die kleine Elle, sondern dafs auch die grofse oder königliche 
Elle nur in sechs Palmen getheilt war. Es ist dies, wie schon die 
obigen Fragen zeigen, so sehr die natürliche Voraussetzung, dafs unwider- 
legliche Gründe mü&ten dagegen geltend gemacht werden können, um sie 
fallen zu lassen. Der Hauptgrund für die gegentheilige Annahme lag ohne 
Zweifel in der Eintheilung der aufgefundenen Maisstäbe selbst. Dieser schien 
zwingend, obgleich kein einziger der alten Schriftsteller einer siebengetheil- 
ten Elle Erwähnung thut, sondern im Gegentheil Herodotin der bekann- 
ten Stelle über die ägyptischen Mafse nur eine Elle von 6 Palmen nennt und 
also wohl auch nur eine solche kannte, da die Eintheilung In 7 Palmen wohl 
so auffallend gewesen wäre, da(s er sie unter den Eigenheiten der Aegypter 
mit aufgeführt haben würde, wenn er davon Kenntnils gehabt hättf?« Voa 



45 

der s^ren Ptolei^aisolKo Blk» «irekdie gleichfaUs d^ 
uttd der altSgyptÜMhen köm^lioben an Liöge gleich war, mssen wir ausdvfick- 
lich, und es wird von niemand bezweifelt^ dafii 4ie in 6 Palmen, getheilt warf 
denn Didymua^^y sag! mm der grofaen Elle, deren Fu£i der t^Ptolemii^ 
adie** faieis: i ^ny^w r)^ti ToXätrra^ r\ iaHtvXovg k^\ xo&i wroXiiiaiKiv a S, 
'FwiJLdäthv Si iriia a S t '' /' <d. i. 1^ Römische Fufs). Wäre nun die Ein* 
theflnng dieser Eile in 6 Palmen erst ron den Ptolemiem eingeführt worden^ 
wie man annimmt (^) so wäre es doch wunderbar^ dafs diese durchgreifende 
Yerinderung sfimmtlicfaer Unterabtheilungen der Elle bis zum Daktylus hinabv 
TOn niemand als solche berichtet worden wSre. Ja es ist iiberhaupt unglaub- 
lich, daft die PtolemSer, welche principmfi£sig jede unnAthige Veränderung 
in den Einrichtungen und Sitten da: Aegjpter vermieden , eine solche den 
allgemeinen Volksgebrauch ebenso eingreifend als unndthig verletzende An«^ 
Ordnung solhen eingeführt habeut die weder mit einem der beiden altägypti«- 
sdben noch mit dem griechischen Malssysteme äbereinstimmte / sondern von 
der alten königlichen Kle mdr die absolute Länge , von der kleineren und 
und der griechischen die Bintheilung hernahm« War aber die alte königli- 
che EUe schon in 6 Palm und 34 Finger abgetheilt, so behiiek man dben das 
g^nze System nach Namen, Länge und Eintheüung bei. Dafii man abw den 
Fufs £eses Systems nochbesondisirs den Fitol'einäiichen nannte, ^richt 
nicht nur nicht dagegen, solidem ist em neuer Fingerzeig daför, dals alles 
Übrige beim Alten blieb. Denn auf den Fuls bezog sich die einzige Nene-* 
rung des Ptolemtischen Systems, nicht in Besug auf* sräi Mafs, dieses blieb 
wie firüber ^ der Elle, iarber> in Bezug auf Namen und Anwendung. Wir 
haben oben gesehen, dafs der Name föt die Länge von 4 Palmen nicht vom 
Fufse hergenommen war, und der wirkliche Gebrauch des( Maises Ser lälst 
sich nirgends nadiweisen und schemt jeden&lb auf ein Minimum, vielleicht 
im Wesentlichee nur auf die Vervollsttodigung des Systems, das auf den 
Mafsstäbeh verewigt wurde, beschränkt gewesen zu seid. Im Griechischen 
Systeme aber war Mals und' Name vom^ Fufs ehergenommen und lag, wie 



i ' '> > 



(') So wM.'Ji« TOB DldjmQi geaaanV t. HulUoh,> MmtcnuAlmänäHm [Getmeiri'^ 
earum ei Siereonu Rei. Berol. 1864, p. 241, c. 20. 

(*) Ibid. c 12. 

(') S. Bdekh, Metrei. ft. 317. Fennef t. Fenneberg^ Unlerfocli. Aber die Längen- 
OMibe etc. p. 68. ttttlticli, Iblroli p. 380; ^ 



\ 



46 

Grüiub^ eb^wo wi» dem ileg)lpti8clie]l uniliiiobLBiiiJi dtn Atiiitiadbieii Syltor 
mea dUeBlk. Didier Umttoad'msat üsy ti&t Idk Gneohen .nöthigtd, in das 
A^gypUstba System ihvenFufs .dnsuftbswiiidriiatilBdM die ^JSUfer ideii 

^rofsen Ser'\ der «uf keineoi Mafistafee MscbtiBt^ su übertrageai , Diewr 
gegen ) den . griechi^cheiv läilgeife Ajegy|)ti^hie Fnü : muffte nun ron jenem be^ 
sondert unfiekisohiedeo werden' und wurde der Ptöl<iilii»c!hfe g^tent^ jotfebl 
der Aegyptisobe, wdl din Aegyplet; dea Fufsonfii in/der Refhnwttg Aberhiiiipl 
nieht kaninten. Identisch mit dem PttöldnoiSitcfaeil wair derFbiletStUak« 
Foüs, der feinen Namen» wie otfane: Zweifel ^onldelöri fiäckbii u.^A^ 
richtig angeiäomiilen wordbni itf, 'Obgleich fd#oti Hultack noch beAnItandtf 
wird (^), YOtt dem Gründer ide^ PelrgaalieBieeb^Dl Aeitka erhidt^ . WlJir- 
sdieinlisk wtirde diese Beaeidbnung ganz« ans demaelb^n Grunde in Ferglär 
mum uild von daf aua: weiter aufgenomnlen, Weilidfer grobe Futs. auch dort 
in da» dem Aegj|ytiicki(n gleiche königlich Persische Eälensjatem als üMlr* 
ehes Güundibbis eingeführt und hinfort nach grincblScdier W^iie btnamlt w^ 
gehändhabt würdev dahev auch seinerseits Ton dem ikleintereil Grieohlscben 
Fuüse uiitecaehkden Wesded ninlfttfe. Die EidfÜhmug l geschah wohl mlgeftbr 
^Mckitfitig : durchi Phileitailrois in Pergamum.iund /sekien (Zeitgenossen 
Ptolemaeua.PkiliEidelplLüs in A^gyptien) dleiMW!urde,weni§rt€ins Aucli 
besser das ^Schwanken sv^iaebeft den beiden BeaeiobnuAgen bei. dsn Gfie-^ 
eksn. eddfiren. ■■■ ^ . \ ■■\ -. »'1 ;.-■ -.[■•-: \ 

Dit EinthiBiliittg der alten <Ka(sstabe acbeint niun aUeärdan^ diesen all-r 
gcAieinen EdrwSgmigetaL /und den/Angaben Att SlihrifiMelkt ku WiderspreohfA} 
denn bie: sind 2Si Fingier initerkohieden* Indesaen liegt doch darin nur ciip 
sehr oberflSöhlichel:^ Euimbd; Da,. Wie. ^ Inschiiften lehren> aikf d^eq 
Mafsitäben aowdhli die ig äofs4 als die|kil (Silke EUe dargestellt wcfrden soU^e, 
und die kieme Elle welche obensttwieldiergro&fe ikus SUtDak^dto bestand» 
sieb «i dieser Wie .6; 7^ also auch wie 24^29 yethiAk^ Je eirid&rt sifb die 
Geaamnittointheilung in 38 ! Fingerl gana Tcm telbeU AAlendiiigß könoAe lu^, 
nSchst jemand noch bezweifeln^ ob das Yerbfiltnils T<m 6 : 7 genau war« Und 
in der That glaubte Jokbai^d.dils das Vevhiltnifshidni^ 



(*) Halt 
wesen sein 



I lisch, Hetfol. p. 267. 281, mebt Pbil^Ums kibui^ der üaiii^ des Msp^oes ge- 
I, der im Anfinge des Ptolemaeus 44s peiift ;$!ji!Upi )^j9t<sl|9cte' «nd etnluiuta^t 



47 

«ripm <stej^ lui^ B 5 c1t4i (^ ),* smht Misiiiikildkk wl^^ 4affii< <fa» Ver- 

bältnifs niebt dlm^mfac&e^bti^^:?, aondem-eiti inratfoaales , geschichtlich 
gegeb«i«8^ä44slK7.47v} geWeMa sei, hidefti er von ^er Anmihine ausgeht, 
dt£i aar Maft der gröraetif Afigif^tiischea Site ^urCh den Nilmewer von Sie- 
phafatiM «u 0^7 <Qach Oi^at d) gegeben; da^' d^ l^l^itK^ti ab^r ab uage"* 
gefthr der Oriechfaielieii l^eihih aa den Mwiiimetfteh yoü J^miard nächge^ 
wiese» wordeny tmd getiauer :tu' 0^460^«3833 'atitofiehmen sei. * Da er nun 
«be grofae EUe i^ 2S Pidgei^ g^beÜI; sein lafst/ so sind ihm auch die Finger 
^teser grofs^i) fiHe^ etwas kleiner als die Fin {ger« det kleitaen Elle« • Oleicfa^ 
wohl '«rk^nnl er e^effi Abschtiitt auf dem Mafsslabe als Anfang der kleinen 
^e ah, sagt abW^iichfl^ 'Wie ersidKias genaiie Original der ungenau einge- 
theilten ^MafssMbe conato^di^t ^ detokt; ob die-^^lllbeik gleich gro& seia und 
dh»^ F^er dei^ grofseb^Elk anzeigen sollten '^ dkmi konnte kein Tbei«' 
limgsslHofa die Länge det^'kl^eh Elle> aniselgeil;^ od^r o^b die aufgetragen« 
kleine fiUe in^ 24 Finger eingetbe^t sein^ sbHle -^ dann bfieb ein irrationa* 
lev Tfaett ibis aum Bnd<e der grofeen BUc "fehrfg, derw^er in der kleinen 
noch in der gro&en Elle aufging, und die Finger der gübüen Elle warc^n 
dann gat* Mehl repdtoentirt^ * . ^^ , - . f 

Diese/ wie mir scheint^ von Bö okhnidbtfhinreibhted gewürdigle 
Sefawierigkieit^! macht in derThat seine Annahme ge«a(AettU unmöglich. Zwei 
VXkAj 4dr€tt>kleinei^ dicht m ihretn finde mit ein*^m Theilungastrich "der 
kleineren odt^r d^r' gi^Öftereii Finger ssusammenftUt , können nur durch 
zwei , nkht ' ^durcb eine Skalä^ in ihren wasentfichen Theikn dargestellt 
Werden # Da nun ^r * um • d(e >6randatmsAime > > t^ ^Döckh v daffii^ nlmlioh 
eiäe der «grie^hisclien < gl^icb^ ^ <Eile < durdh > 9Mckiiiessu9»g im Monnmeivteii 
nacbgewieien Worden sei, «mhaltbar geworden kt, so a^eiiib niiriä|eandM 
Annah^e^) i'wMc^^ #ö<ck'b s^bst {pw 1ti29) «^k di^ ^einfachste"^ anerkennt^ 
niodieh, dttfs'<tie kleinetie Elle genau ^^ der ^hüm geWeslen, die einaig 
aül8ssige'W<Setn.' '-' «- "'• ' »^'- ■' ' ^ '•'■ ■'^•■'' '" • • '^ ^•*. 

Wi^ hiAien wir «m$ dann abcir das geattü ^ibnstrutrta' Oi4ghial der anf«» 
gefundenen Hafsattt^ zu <kifken ■, wenn die grofse ifiH^ 28 Finger Aek klei* 
nen ^#iiih kam, aefb^t iab^^ wie di^ kleine, in' 94 tFlngergetheik wär^ und 



Cy VLiiMi: p. 2^8ttV 



. »1» , 



48 

wie rtiHfimtn out einem hieraiaeb coaitniirleii Origiiiile die BeieiiAmmgen 
auf den erhaltenen, wenn auch ungenau ausgeföhrten, MafieWben? 

Auf diesen begegnen wir nicht allein der Betetcbntmg ffkönigUefae" 
das ist ffgro&e Elle*' imd ^ kleine BSUe**, angewendet auf die gftnse Länge 
einerseits und auf einen bestimmten $ durch einen Daktylenstrich beseicline* 
ten Absdinitt auf derselben andrerseits, sondern auch dea Gruppen JSSle F 
und wElle n** als Beisatz m den Beseichnungen eines einaelnen Palm;, wel- 
che in mehreren Daktylenfeldem wiederholt werden« Daraus geht ohne 
weiteres henror, daili die Palmen, folglich auch die Daktylen beider 
Ellen verschieden , und in ihrer Verschiedenheit auf den wirklichen Ori» 
ginalellen dargestellt waren* Hätte nvta die groüse E}Ue 7 Palmen gehabt und 
28 Finger, so wären ihre einseinen Palmen und Finger eben nicht verschie* 
den, sondern identisch gewes^i mit denen der kleinmn Elle« Die dnaig 
denkbare Verschiedenheit ist aber die, welche durdi die Eintheihing auch 
der groisen Elle in 6 Palmen m^d 24 Finger entstand. Dann rerhielten sich 
die Palmen und Finger der beiden Ellen wie die gamea Ellen selbst zu ein- 
ander, nämlich me 6:7. 

Wollte man nun, dies vorausgesetzt, beide Skalen so nät einander 
verbinden, dals in eioer Reihe ^ie weseutUchen Theile beider enthalten 
waren, so konnte man nur so ver&hren, wie wir es auf den beiden ältesten 
Ellen, den Drovetti'schen wirklich ^nden. Man schnitt auf dem Maisstabe, 
dem man die Länge der grolsen Elle gab, von rechts her, also in der den 
Aegyptem geläufigen Richtung , den siebenten Theil durch einen Strich ab, 
und erhielt von diesem Striche an deo neuen Anfang der kleinen Elle« Bdde 
Ellen endigten demnach an demselben linken Ende des Mafintabes, und die 
beiden getrennten Anftnge wurden als diie der grolsen und der kleinen Elle 
hieroglyphisch beateichnet« Zwischen beiden Anftngen lag ^ der kleinen 
Elle, oder ein Palm, der daher auch nur in 4 kleine Finger abgetheilt w«* 
den konnte. Dieselbe Abtheilung in kleine Palmen und kleine Fing^ nmia 
man nothwendig auch wenigstens bis zum 15# Fingw v(m rechts her fortge» 
setzt haben« Dies geht einleuchtend aus den Eintheilungen der darunter 
stehenden Reihe hervor, welche .in den. IS. er^^n. Feldern von rechts her 
von t^ bis j^ in regelmäfsigem For^chritt . immer feiner werden, und nur 
brauchbar sein konnten, wenn sie sich auf ein und dieselbe Einheit bezogen. 



49 

Bis dahin 9 oder um weniges weiter, gehen auch die PalmbeMichaungen der 
Elle n in den einzelnen Feldern. In den folgenden Feldern wird nur immer 
^Ellell" wiederholt. 

Wollte man nun den Palm und die Finger der grolsen Elle verzeich- 
nen, so konnte man dijss offenbar nicht an demselben Ende des Mafsstabes, 
sondern nur am andern, linken Ende, thun. Hier finden wir auch in der That 
wiederum eine Palmbezeicbnung yerbimden mit der Gruppe „Elle I"^ also 
Puhpti und Finger der gro£|en Elle ausdrucklich angemerkt. Hinter dem ersten 
Palm oder den 4 ersten Fingern der ersten oder grofsen Elle folgt im näch- 
sten Felde eine grofse Zwei , nämHch zwei starke Striche , die offenbar den 
Übergang von der ersten zur zweiten Elle bezeichnen sollen , und von hier 
an erhält auch jedes Feld noch besonders die Zeichen „Elle IP^ jedoch ohne 
Palmbezeicbnung. Hieraus müssen wir schlielsen, dafs nur dieser eine Palm 
mit seinen 4 Fingern der grolsen Elle entlehnt wai^ ; da aber der Strich zwi- 
schen dem 14. und 15. Felde von beiden Seiten her das Mals der halben 
ffoüea Elle, oder der grolsen Spithame, genau angab, wie sie auch als sol- 
che hierogljphisch bezeichnet war, so enthielt der Mafsstab alle wesentli- 
chen Theile der grolsen Elle: Spithame, Palm und Finger. Nur der Fufs, 
der Ptolemäische oder Philetärische^ ist nicht yertreten, obgleich er im 
System so gut wie bei der kleinen Elle Torhanden sein mufste. Sein 
Aofimg wJbre nicht in einen Theilungsstrich , sondern in das Feld des 
10. Fingers tqh rechts her gefallen. Seine Bea^chnung war nicht nöthig, 
weil , wie schon gesagt , nach Fufsen Tor der Ptolemäischen Zeit nicht ^- 
rcK^hnet wurde. 

Wenn nun aber von links her 4 groüse Finger 9u%etragen waren, und 
Ton rechts her kldae Finger, so muiste nothwendig in den auf die grolsen 
Finger folgenden Feldern eine Ausgleichung yorgenoounen werden, indem 
soTiei als der grofse Palm links grölser war, als jeder der kleinen Palmen 
rechts davon, irgendwo wieder abgezogen werden mufste« Dieser Uber- 
schuüs betrug &st % eines kleinen Daktylus, und hätte gleich dem fanften 
Felde von links her wieder abgezogen werden können« Dann wäre aber der 
Rest dieses DaktyUis upd der ganze Palm, zu dem er gehörte, gänzlich ver- 
stümmelt wocden« MfOi vertbeilte daher die Ausgleichung des Überschus- 
ses auf die beiden folgenden Palmen v' so dais jedem Daktylos vom 5. bis 

Abhandiungen der philos.-hisior. Kl. 1S65. Nr. 1. G 



50 

tum 12*9 Tön links her, ^ abgezogen wurde. Wenigstens ist lües viel wahr- 
scheitilicher, als dafs man, wie es auf der ersten fille Drovetti angedeutet 
zu sein scheinen könnte , mit der Ausgleichung nur bis tum 1 1 • Dliktylos 
vorgegangen wfire. Denn das liegt wohl nahe, dals man eben deshalb die 
nähere Bezeichnung des Palm nach rechts hin so weit unterdrückte, ab die 
Ausgleichung ausgedehnt wui^de, und als demnach die Palmen selbst nngenaa 
wurden. 

Die ganze Einrffehtting machte auch diese beiden ungenaiien Palmen 
so ziemlich überflüssig. Denn die kleine Elle von 6 Palmen maia man Tom 
Anfange des 6. Palm (von links her gezählt), den Pygon oder 5 Palm ebenso 
vom 5., den Fufs oder 4 Pälttien ebenso vom 4*, die Spithame oder 3 Palmen 
vom 3. Palm an bis zu Ende, nach Angabe der hieroglyphischen Gruppen. 
Das Mafs von 2 und von 1 Palm abei^ nahm man am rechten Ende der BUe, und 
selbst die Bezeichnung davon fehlte nicht, wenn. Wie es nicht unwahrschein- 
lich ist , die (Querstriche ia der fteihe der Göttemamen , die ohne Zweifel 
för die halben Palmen geSietzt i^lrden, ursprünglich anch auf die Trennungs- 
striche der grofsen Palmen gesetzt waren. Von rechts her konnte man die 
Palmen auch bis zum 4. fertzählen, nur beim 5. und 6. mir man Huf die 
hieroglyphischen Gruppen gewiesen, von denen bis zum linken Ende gemessen 
wurde. So War^n die (Tnterabtfa^lungen der kleinen Elle nach allen 6 Pal- 
men und allen 24 Fingern unmittelbar an den Ma&stSben inelsbar, und MCser- 
dem konnte jedem Mafse noch etn Bruchtbeil des Fingers bis zu ^ besonders 
hinzugefügt oder abgezogen werden. 

Die Unterabtheilungen der grolsen Elle dagegen, waren nur durch 
die Abschnitte von 1, 3 und 5 Palmen, und so, dals nur ein Palm in 4 grofiie 
Finger getheilt war , vertreten. Die Länge von 2 Palmen wäre leicht her«- 
Zustellen gewesen, wenn man den IJIierschufs des gr6fsen Pahn auf die i^h- 
sten 10 Felder gleichmäfsig verthdlt, oder -^ da man die miverkürzten klei- 
nen Finger bis zum Ende des 16. Fingers von rechts her nötliig hatte, mn 
die Spithame oder halbe Elle, nach ihrer Einordnung, darzustellen — wenn 

man den XTberschufs auf die nächsten 8 Felder so vertheÜt hätte, da& 4en 

_ — 

ersten 6 Feldern (von links her) ^g, den beiden letrtern fe ^ des Ubersdius- 
ses genommen worden wären ; denn dann würden die 5 verk#rtten Pinger 
5-9 (von links her) gleich 4 gro&en Fingern gewiesen sein, so daft^r 



51 

lungsstrich zwischen dfim 9. und 10. Fioger «u^icfa der TheaIuogt3trich 
iwisohen dem 2. und 3* gcoben Vulm (i^on links ber) gewesen wäre. Kur 
die LSngß von 4 Palmen , das ist die d.e$ Pvilemaiac)»^ F^ises wäre nicht 
darsteUhw gewesen. Pa man aber, wie die Bezeichnungen lehren, auch 
die Darstellung des 2. grossen Palm aufgegeben und nur 4 grofse Finger auf- 
getragen, auch Iseine Bruchtheile der gro£sen Finger angegeben hat, so er- 
acheint die grolse Eile auf den Maiastäben swar in allen wesentlichen Thei- 
len meftbar, steht aber do<di för den praktischen Geibra^Ach der ünterabthei- 
lungeo, der kleinen £lle entschieden nach. 

Olarin dwfte non für uns ein Fingerzeig in Bewg auf die Bestim- 
mung der beid^i Ter sc hie denen Ellen liegen. Hätte die groüse EHf 
7 Paiknen oder 28 Finger gehabt, so hätten alle, selbst die kleinsten Thei- 
lungen der einen Elle auch för die andere gegolten. Man würde dann fragen 
müssen, woasu man überhaupt swd EUen unterschied, eine greise uiid eine 
kleine , statt von 7 und von 6 Palmen der einen EUe zu sprechen , und 
ebenso eine groise und eine kleine Spithame, alatt yon 3^ und von 3 Palmen 
«u sprechen. Die Elle, nicht der Finger, auch nicht d^ Palm, war die 
Einheit der Aegyptisch^i , wie der Fu& die Einheit der Griechischen und 
AöjOQJachen Mafse« Wie mm bei den Aegyptenn ^ Efien, so waren bei 
den Griechen die Fu£ie verschieden. Der Fuis des Otympischen Stadiums 
war gröUier als der den andern Griechtsdien Stadien Ktun Goupde 'liegende, 
und der Griechische Fuls war grölser als der Römische ; aber die Einthei- 
lung eines jeden Fulses in 16 Fingerbreiten wechselte nicht, und ebenso* 
wenig die Anzahl der 600 Fufs, die man auf das Stadium rechnete. Ebenso 
giebt es heutzutage viele verschiedene Ellen, die zuweilen sogar an einem 
und demselben Orte gebraucht werden , aber die Einiheilung bleibt überall 
dieselbe. Wo verschiedene Ellen nebeneina^er in (Gebrauch sind, sind sie 
zuerst wohl immer von verschiedenen CMen aufgenommen und dann fort- 
geführt worden. Eine Entstehung der Elle von 7 Palmen aus der von 
6 Palmen, wie sie sich Girard (^) denkt, indem man zu der Zeit als man 
noch mit dem Vorderarm selbst mafs , die Hand des andern Armes immer 
dazwischen gelegt habe mn genauer wieder anlegen zu können , ist bei eini- 



( * ) Sur ie nihinitre^ p. 26. 

G2 



52 

ger Überlegung unglaublich. Vielmehr dürfte auch hier die nächste Vet^ 
muthung sein^ dafs beide Ellen, lu^rfinglich getrennt und verschiedenen 
Ursprungs, später zusammentrafen. In Aegypten würde man dabei immer 
zuerst an Unter- und Ober-Aegypten zu denken haben, die von Anfiaing 
durch alle Zeiten viel Verschiedenes hatten, das neben einander festgehaltai 
wurde, sich aber gegenseitig beschränkte. Angenommen, daia die kleine 
Elle ursprünglich dem Oberägyptischen Stamme zugehörte , die vergrölserte 
aber dem Unterägyptischen , oder auch umgekehrt , so konnten dann beide 
lange Zeit unabhängig neben einander gebraucht worden sein. Sollten sie 
aber auf die Länge neben einander bestehen , so mufsten sie sich einerseits 
in ein einfiaiches Verhältnifs zu einander setzen, wie wir das von 6:7 finden, 
andrerseits aber sich in ihrer Anwendung auf rerschiedene Gebiete beschrän- 
ken. So kam es vielleicht, dafs die groüse Elle, deren Mafsstäbe natürlich 
auch ohne gleichzeitige Bezeichnung der kleinen vorhanden waren, vorzugs«- 
weise die des Architekten war und zu allen gröfseren Messungen diente, wo 
die Elle multiplicirt wurde und es auf eine subtilere oder gar noch kleinere 
Eintheilung als in Fingerbreiten nicht ankam, die kleine Elle aber für feinere 
Handwerke oder Cor bestimmte Gegenstände und Waaren, festgehalten wurde, 
für die es mehr auf eine schärfere Messung ankam. Sicher wenigstens wird es 
immer bleiben , dals die Verschiedenheit beider Ellen irgend einen histori- 
schen oder praktischen Grund haben mu(ste, und ebenso sicher, dafs die 
grolse Elle, wenn sie je unabhängig von der kleinen bestand, um so weniger 
eine so unpraktische Eintheilung gehabt haben konnte, wie die in 7 Palmen 
oder 28 Finger. 

Und dennoch scheint für diese Eintheilung der Nilmesser von 
Elephantine zu sprechen. Hier finden wir grofse Ellen von 0^525 (^) 
angezeichnet und eine Eintheilimg jeder Elle in 14 Unterabtheilungen, das 
heifst in 14 halbe oder 7 ganze Palmen. 

Nun ist es in der That nicht zu verkennen , dafs das Verhältnils der 
kleinen Elle zur groüsen wie 6:7, mag es nun gleich tirsprünglich dasselbe 



(*) Girard fand einen Durchschnitt — denn auch hier sind die Theilongsstriche ungenau 
aufgetragen— Yon 0,527, Wilkinson (Manners SC CasUnus vol. IV, p. 30) von 2a6250 
Engl. Zoll a 07524. 



53 

gewesen oder erst naohtrSgüch dahiu vereiirfaeht worden sein^ zu jeder Zeit 
sekr lekht dahin föhren konnte, die gröfiie Elle als aus 7 kleinen Palmen 
bestehend anxräehen und aneh so zn behandieki überall wo beide Ellen im 
Gebrauche yermittelt werden sollten. Es wSrei daher nicht zu yerwundem» 
wenn wir auch schon in früherer Zeit Spuren einer Eintheilung der gro&en 
Elle in 28 Finger filnden, ohne daüs darum die ursprüngliche und naturliche 
Eintbeflung der groisen Elle in 24 Finger zweifelhafter würde. Es ist sogar 
wiikHch im Brittischen Museum eine Doppel -Elle, die bereits oben er- 
wähnt worden ist, vorhanden, die im Mauerwerk des Tempels von ELamak 
gefunden sein soll, imd welche in 14, also zweimal 7 Palmen von imgeföhr 
gleicher Länge getheilt ist. Doch schreibt mir S. Birch auf eine Nachfrage 
meinerseits über diese Elle : y^Ahout the authenticity of ihis cubä I haoe 
gra^ doubis as the cuts or marks of divisiong seem to me to hoQC heen 
made after the wood had hecotne decompoeed hy ageV Diese Auiserung 
ekies so erfahrenen und durchaus sachkundigen Beobachters scheint hin- 
reichend, um diese Elle, rücksichtlich ihrer Eintheilung zu den übrigen 
untergeschobenen Mafsstäben zu stellen imd nicht weiter in Betracht zu 
ziehen. Der Stab ist ohne Zweifel alt, und mochte wohl ein Au&eherstock 
gewesen sein, der dann von modemer Hand seme jetzige Länge von 2 Ellen 
und seine Eintheilung in zweimal 7 Palmen erhielt. 

Was aber den Nilmesser von Elephantine betrifft, so erklärt sich die 
Eintheilung in 7 Palmen meines Erachtens in andrer Weise. Es läCst sich 
nachweisen, wie ich dies in einer besondem Untersuchung ausfuhren werde, 
dafii in älteren Zeiten alle Nilmesser nicht in grolse Ellen zu 0^525, son- 
dern in kleine zu 0^450, folglich auch in kleine Palmen und kleine Finger, 
eingetheilt waren. Es war dies einer von den oben angedeuteten Fällen, in 
welchen es mehr auf eine genauere Emtheilung im Kleinen als i auf Multiplikate 
von Ellen ankam. Als nun in Griechischer Zeit der Nümesser von: Ele- 
phantine eingerichtet wurde , ging man , wie : es scheint , durchgängig zum 
alleinigen Gebrauch der grofsen Elle über; wir finden nirgends mehr eine 
Spur der kleinen Elle, die auch bei den späteren Griechischen Metrikem 
überhaupt gar nicht erwähnt wird. Da lag es nun nahe, daüs man den 
uralten Gebrauch der kleinen Elle bei den Nilmessem des Landes soweit 
mit der neuen Mafsübung vermitteln wollte , daOs man wenigstens innerhalb 



de^ gröfiien Elkn dte hrngsbeaAtsn kkioieii Palmen lieibeliielt » wodvrel^ 
iilr jedermanii dte Rtduktiota der kleinen auf die groHkin Ellen adur leiekt 
wurde^ Mast verfolg das Stfeigen del: Fluüi ^vie bisher nach Ueinen Pafanen, 
redunete aber oim deren 7 statt 6 auf die EUe« Nur unter sokfaen Yerhih- 
nissen konhte es einen Vortbeil kabeln , die an sieb uamaloiüdie Tbeilung 
dtr BUe in 7 Paltn^n zu gebrauchen. Es war dne UbergaDgistufe Ton den 
kleinen zu den ^ofsen Ellen. In spfitenen Zeiten behielt man bei den Nil- 
messem die groften Ellen bei , gab aber auch die kleüien PaboMn äitf und 
yerwandcite äe in 6 der EHe entsprechende gm£ie Palmen. 

Wenn sich in dieser Weise der Milmesser yon Elepfaanline ds eine 
erst in Griechisdier Zeit begreiifliche Abmahme erklärt , so seheJnt mir kein 
Anhalt tnehr übrig m bleiben für die vMeinung, dafs die dten Aegjpter eine 
Elleneinthetkmg von 7 Palmen oder 28 Fingern gehabt haben sollten. Unser 
ErgebnÜSs ist if^elmehr, dals sie zwei yerschiedeoe Ellen hatten, aber beide 
in 6 Palmen oder 24 Flo^r getfaeik, und beide auf den alten Osiginahnaisslibea 
nach ihrer ganzen Lfinge und in ihren einaekien Theüen dai^estellt. 

Ich schlieüse mit einer Bemerkung über die Durchschniftte der erhal«» 
teneo Ma£»tfibe. Aach diese sind überall wesentlich dieselben und die 
Vermuthang liegt nahei ^äü auch dafnr ursprünglich bestimmie fik das 
EUenmafs selbst nicht bedevAtmgslose Dimensionen aufgestellt imren. Aller- 
dings gewählt jetzt keiner der gemessenen Durchschnitte in aUen Theilen ein 
genaues einfaches VarhältnÜs zu einer der beiden Ellen, das Ist auch hier bei 
der tallgemeinen Ungenauigkeit der Anfert^ung nicht zu erwarten. Doch 
weisen die mittleren Yeidiäknisse Im Ganzen auf den greisen und kleinen 
Dadrtylos hin. Es kommen hier für jetzt nur die yier ersten iMalsstfibe in 
Betracht 9 von denen Jomaxd 'die >Dafchscfanitte besonders gemessen hat; 
dur die dör sduefen Vor denflichen . hat er nicht besonders angegd>en ; diese 
ergaben sich aber aus den andern Seiten. Folgende Werthe können hier 
zur Ver^eichung gezögen werden : . 

2 kleii^e Finger 0^0375 

1 gro&er Finger 0,02119 

1 kleiner Finger 0,0188 

>^ pofser Finger .0,^109 i 



55 



Noo fiikdea mcü för die Ba»ifl der 4 MaÜMtfibe did Werdie 

1. 0,0395 

2. 0,0355 

3. 0,0405 

4. 0,0390 



t ■ ■ " 



0,1545, giebt einen Mittelwerth von 0,0386. 

Dieser fuhrt auf 2 kleine Finger, deren Maus 0,0375 sehr nahe kommt. 

Die Hinterseite stimmt in zwei Exemplaren ganz genau mit dem 
Malse eines grofsen Fingers 0,0219, indem no. 1 dafür 0,021, und no.4 
gleichfalls 0,021 giebt. Die beiden andern weichen nach oben und nach 
unten ab, so dafs der Durchschnitt aller vier Mafse doeh WMder tioem gro- 
fien Finger sehr nahe kommt, nämlich 

1. 0,021 

2. 0,024 

3. 0,017 

4. 0,021 



0,083 Mittelwerth der einzeben 0,0207 statt 0,0219. 

In der schmalen Vorderseite stimmen no. 1 und 3 fast vollkommen mit 
^^ groüsen Finger, nämlich 0,010 und 0,011 statt 0,0109. Die beiden andern 
sind ein wenig gröüser, nämlich 

1. 0,010 

2. 0,013 

3. 0,011 

4. 0,015 

0,049. Mittelwerth 0,0122 statt 0,0109. 

Am meisten weichen die Oberseiten von einander ab. Drei von ihnen 
sind noch grö&er als 1 gro&er Finger, dem no.2 sehr nahe kommt 0,0215 
statt 0,0219. Nur no.4 ist kleiner als ein groüser Finger und steht dem 
kleinen Finger fast eben so nahe. No.l (0,027) und no.3 (0,0285) sind 
entschieden zu lang. Wenn wir nun die Oberseite zu 1 groüsen Finger anneh- 
men, wie die Hinterseite, so wird die schiefe Seite etwas länger als ein 



56 

kleiner Finger ; nehmen wir aber f&r die Oberseite einein Ueiaen Finger als 
ursprüngliches Maus an, so erhalten wir die Oberseite (1 kleiner Finger) als 
Hälfte der Unterseite (2 kleine Finger) , und die Vorderseite (^ greiser 
Finger) als Hälfte der Hinterseite (1 gro&er Finger), und auüserdem findet 
sich, dafs dann auch die schiefe Seite ein genaues Fingermals hat, nämlich 
das eines groüs^n Fingers. Es scheint demnach, daüs dies die ursprünglich 
beabsichtigten Mafse waren. 



1 kl Fing, a 0,018750. 



^gr. 



Igr. Fing. »0,021875. 



0,010937«. 




Igr.FiBg.« 0,021875» 



2 ki. Fing, a 0,037500. 



. I 



«'. 



57 



Nachtrag. 



• Es'ilt oben (p. 16) bemerkt worden, dals mir die Zeichnungen der 
Ellen no. 6-9 Taf.m, c und IV, a. h. c erst nach dem Abschlufs und 
Vortrage der obigen Abhandlung zugegangen sind. Da diese nicht weiter 
durch das neue Material berührt wird , so habe ich mir Yorbehalten , einige 
Bemerkungen über dasselbe hier abgesondert nachzutragen« 

Die Elle no. 6 (Taf. III, c) sollte sich nach Saigey (^) in Preufsen 
befinden. Jomard (^) hatte gesagt, daüs sie nach Italien gesendet worden 
sei, und in der Biblioteca Iialiana(^) wird angegeben, dafs sie sich in 
Florenz befinde. Prof. Migliarini hat mir dagegen auf nochmalige An- 
frage bestätigt, dafs sie nicht in Florenz sei und fugt hinzu, dafs sie niemals 
daselbst gewesen sei. Sie ist also erst wieder aufzufinden. Die Zeichnung 
dayon, die sich in London befindet , ist nicht eben genau; dazu kommt, 
dafs die Vorder- und Oberansicht wunderlicher Weise perspektivisch gege- 
ben ist , wodurch sogar Ungewifsheit über die wahre Breite der einzelnen 
Seiten entsteht. Es bleibt daher nichts übrig, als die jetzt allein zugäng- 
liche Kopie in ihrer Unvollkommenheit wiederzugeben, wie dies auf unserer 
Tafel geschehen ist. Es kommt übrigens auf eine genaue Darstellung hierbei 
weniger an, da das Original selbst ohne Zweifel die Ur-EUe noch weit unge- 
nauer wiedergab. Einen Grund an der Achtheit zu zweifeln sehe ich nicht ; 
es ist aber in der That das oberflächlichste von allen bekannten Abbildern. 
Am besten stimmt noch die Gesammtlänge , die, wie angegeben, c. 0*526 

(*) TraH^ etc. p. 15. 

(') Leiire p. 19. 

(') toin. LIIL 1829. p. 208: ün quinto eampione, appnrtenente al museo di Fireme, 

fu scoperto dal Si$, Anasiasj, eonsole di Svezia nett Egiiio; ia sua lunghetza i di meiri 

0,5265 y ed i pure diciso come i precedenti in 7 palmi ed in 28 iiiii. Der YerClsser dt$ 

Artikeb ist Dicht genannt ; die genaue Längenangabe scheint aher £u zeigen, dafs er sie selbst 

in Florens gemessen hat. 

Abhandlungen der phHoe.-histon Kl. 1865. Nr. 1. H 



58 

beträgt. Auch ist die Reihe der Theilbezeichnungen ( ^ ) ToUstindig yorhandeot 
aber gänzlich yerschoben, wie auch die Eintheilung selbst irgend eine Rich- 
tigkeit gar nicht zu beanspruchen scheint, sondern nur den allgemeinen Ein- 
druck einer Ellenbezeichnung wiedergeben soll. Zu beachten ist höchstens, 
dafs die Daktylen von rechts her klein, ungefähr in dem richtigen MaCie, 
doch öfters noch darunter, angegeben sind, die Daktylen yon links her aber, 
wo wir die Daktylen der grofsen Elle zu erwarten haben, noch weit gröfser 
als die richtigen gro&en Daktylen aufgetragen sind , so wie da£i der dritte 
Palm yon links her bei weitem der kleinste ist. Da nicht nur die 4 , son* 
dem die 8 ersten Finger yon links her ungeföhr gleich groüs über Maus dar- 
gestellt sind , so köQute man hier auf den Gedanken kommen , der oben 
nicht erwogen worden ist, dafii auf der Ur-EUe, oder doch auf einzelnen 
richtigen Exemplaren, nicht ein, sondern zwei Palmen der gröüsen Elle dar- 
gestellt und in Finger abgetheilt gewesen seien ; das würde dann einen $o 
kleinen dritten Palm yon links gezählt bedingt haben, wie er auf dieser Elle 
erscheint. Freilich wurde dann auch eine andre Bezeichnung des zweiten 
Palm yon links yorausgesetzt werden müssen , als sie auf der zuyerlässigsten 
alten Elle yon Droyetti yorhanden ist. Auf der Oberseite ist der Anfang 
des dritten Palm yon rechts nicht durch eine Linie angegeben, was yiel- 
leicht nur eine Nachlässigkeit der Kopie ist« Die Palmabtheilungen konnten 
am wenigsten fehlen. Dagegen stimmt es mit dem oben (p. 24) besproche- 
nen Fragment der Elle no. 5 überein, dafii die Mitte der grofsen Elle, welche 
in den yierten kleinen Palm fcillt, nicht bezeichnet ist. Die Linie würde 
dann hier zwischen die beiden Zeichen ^^ und gm gelsillen sein , welche 
nicht getrennt werden durften. Im 5. und 9. Finger yon rechts fehlt auf 
der schiefen Fläche das Zeichen <=>, yielleicht nur in der Kopie, und yon 
den Bruchlinien der ersten yier Finger an der Vorderseite sind zwei weg- 
gelassen. Nach den hieroglyphischen Inschriften auf der Hinterseite und 
der Unterseite gehörte die Elle einem Priester des Ptahj ohne Zweifel zu 
Memphis, Namens Ptak-kotep. 

(*) Statt der 4fiiigrigen Hand ist nar ein starker Strich mit einer Erbohang in der Mitte 
angegeben, also fast das gebrauchliche Palmseichen, während die 5fingrige Hand über dem« 
selben Strich den Daum noch besonders deotlich henrorhebt. Ich bemerke hier nachträglich, 
dals auf der sweiten Elle Drovetti, der des Ifäia, irrthiimlich statt der 4fingrigen überall 
die Sfingrige Hand dargestellt ist, wiederum nur aus Gedankenlosigkeit des Arbeiters. 



89 

Die beiden Ellen no. 7 und 8 befinden sich in dem Bfioseuin yon 
Turin , gehörten aber nicht zu der Sammlung Drovetti , sondern wurden, 
nach einer Mittheilung des Herrn Direktor Orcurti, erst später aus dem 
Nachlasse eines Turiner Antiquitätenhändlers Sosia erworben. &e gehd-- 
ren, obgleich aus verschiedenem Material gearbeitet , ofFenbar zusammen, 
wie die Inschriften erweisen. Die steinerne Elle trägt auf der Unterseite 
swei Inschriften, eine hinter der andern, aber durch besondere Einfassungen 
getrennt. Die erste nennt einen mit Terschiedenen Funktionen betrauten 
ersten Priester des Amon , der unter andern auch oi j am^aa (j ^—^ 
^Schreiber des heiligen Buches des AmorC* war und Osoroeris (Heetriuer) 
hieü. Seine Mutter war eine Priesterin {ahi-t)y deren Name aber nicht 
zugefügt wird. Die zweite Inschrift nennt eine Priesterin (cAt-i) des 
Amon'Ra^ rielleicht die Mutter des Osoroeris^ Namens ^ • 1^^^ 
TAtt/-j|fttn#tf (^), die Tochter eines Priesters des Amon-Ra-suten-nuieru^ 
dessen Name gleichfalls nicht genannt ist. Die Bronze-Elle wiederholt diese 
beiden Inschriften, jedoch ohne Trennung, und schickt ihnen noch einen 
dritten Theil voraus, der einen Anruf an den Sonnengott enthält (^), ohne 
daüs dieser jedoch genannt wfirde. Dieses Verhältnifs der beiden Inschriften 
nun, so wie andere kleine Umstände , machen die Beurtheflung der beiden 
Ellen schwierig. Es ist nicht zu leugnen, daüs der allgemeine Charakter der 
Zeichnung auf der Bronze-EUe diesem Material ebenso angemessen ist, wie 
der sehr yerschiedene der Stein-Elle dem harten Steinmaterial ; auch wird 
mir ausdrücklich versichert , da£i die Patina der Bronze-Elle den Eindruck 
der Achtibeit mache. Andrerseits ist die Zeichnung einzelner Hieroglyphen 
völlig stillos und miisverstanden, wie es selbst in der späten Römischen Zeit 
nicht leicht vorkommt; unsere sehr genaue DarsteUung des Originals wird dies 
jedem Sachverständigen zeigen ; man vergleiche namentlich die mensch- 
lichen Figuren. Sehr auffallend ist femer der umstand , da(s das zuftdlige 
Verlaufen des Schwanz^ der Schlange *^ in die Basis des darauf folgenden 

(') Der Kynokepbalut wechselt mit Terschiedenen Zeichen und Gnippen und scheint 

mehrere Aassprachen gehabt sa haben; er wechselt auch mit ^ > Thoth, dessen alte pho* 
netische] Schreibung Thui war. Thoth und Chons werden oft Ycrbunden; doch pflegt dann 
allerdings Chons Yoran zu stehen: ^uniu^Thut. Der Zweifel über die Aussprache von 
^ bleibt also noch bestehen. 

(*) Todtb. c. 15, 8. 

H2 



60 

Thrones ji sich nicht nur auf der Stein -Elle, sondern auch ebenso auf 
der Bronze-Elle wiederfindet, was auf eine entschiedene kenntnilslose Kopie 
der einen Elle yon der andern hinzuweisen scheint. Dem steht aber wieder 
entgegen, data in derselben Gruppe des Osiris, die hier folgt, das Auge auf 
der Stein-Elle richtig, auf der Bronze-EUe aber deutlich als ein Fisch, wie 
er acht ägyptisch dargestellt wird , erscheint , ein plumper Fehler , der sich 
aber bei einem gedankenlosen alten Kopisten leichter erklären läüst als bei 
einem modernen. In derselben Weise nachlässig ist in der letzten Gruppe 
der Bronze -Elle eine Schlange geschrieben statt des Krokodils auf der 
Stein-Elle. Wollte man aber aus diesen und einigen andern Fehlem etwa 
schliefsen, daüs die Inschriften beider Ellen von einer dritten Inschrift kopirt 
wären, so würde man wieder zwei verschiedene Kopisten für. diese offenbar 
zusammengehörigen Ellen voraussetzen müssen, was wiederum durchaus un- 
wahrscheinlich wäre. Unter diesen Umständen wage ich nicht eine ganz 
bestimmte Meinung auszusprechen, was bei einer genauen Untersuchung der 
Originale vielleicht eher möglich wäre* Die Stein-Elle bin ich sehr geneigt 
in allen Theilen für acht zu halten , auch schon der schwierigen technischen 
Arbeit wegen, die der harte Stein nöthig machte. Völlig unzweifelhaft aber 
ist es mir, daüs wenigstens der Ellenstab selbst alt ist nebst seiner Einthei- 
lung auf den drei Hauptseiten , obgleich diese von allen andern Ellen 
abweicht. 

Die Oberseite nämlich, welche gegen Gewohnheit nach vom hin 
etwas abföUt, wie auch unsre Zeichnung wiedergiebt, ist durch drei Striche 
in vier gleiche Theile getheilt , so jedoch , daüs der erste Strich von rechts 
ein wenig zu weit rechts gerückt ist, die Striche auch sonst nicht ganz gerade 
gezogen sind. Die schiefe Vorderseite ist durch zwei Striche in drei gleiche 
Theile getheilt, und die senkrechte Vorderseite in vierundzwanzig Finger, 
das heilst, wir haben hier zum erstenmale den Mafsstab einer grofsen Elle 
vor uns, die in Viertel-Ellen zu je 1^ Palm, in Drittel-Ellen zu je 2 Palm, 
und in 24 Finger getheilt ist, eine Eintheilung, die von der kleinen 
Elle ganz absieht und wie wir sie als einst vorhanden gewesen voraus- 
setzen muüsten. Einzelne Palmen sind nicht abgetheilt, sondern, wie am 
Nilmesser von Elephantine, sind je zwei Palmen zu einer ^xdg oder einem 
halben Fufse zusammengefafst. Dies scheint sehr deutlich auf die be- 
vorzugte Einheit des Fufses, der sich gleichfalls von beiden Seiten hei^ 



61 

abgetheilt fimd» und somit auf die PtolemäMche oder Römische Zeit 
hinauideuten, in welcher der Ptolemäische Fuüs als Mafseinheit durchgeführt 
und die kleine Elle gänzlich yerdrängt worden war. Die einzelnem Finger- 
abtheilungen sind wieder , wie auf allen diesen Mafsstäben , etwas ungenau 
aufgetragen, und die ganze Elle nach dem Gypsabgusse c. 0^527 lang, also 
etwas ISnger als das angenommene Mittelmafs von 0,523, und gleich dem 
Mause, das Girard für den Nilometer fand. In Betreff der Bronze -Elle 
häufen sich, abgesehen von der Inschrift, die Abweichungen von den andern 
fifafsstäben noch weit mehr. Schon das Material wäre aus altägjptischerZeit 
und in so wenig angegriffenem Zustande befremdlich, aus Römischer Zeit 
allerdings weniger. Dazu kommt die vierseitige Form der Elle, die sie allein 
mit der koptischen Elle theilt, statt der sonst durchgängigen fünfseitigen, die 
sich auch bei der oben betrachteten Stein-Elle findet. Endlich aber ist die 
Eintheilung eine sehr auffallende. Jede der drei unbeschriebenen Seiten bat 
eine andre. Wenn wir die mit der Inschrift versehene Seite als Unterseite 
ansehn, so ist diese und die Oberseite der Elle etwas breiter als die Yorder- 
und Hinterseite. Jene beiden sind c. 0^016 an dem linken Ende, 0*017 
am rechten breit, die beiden andern c. 0^14. Von ihnen schliefst sich 
nur die Vorderseite der steinernen Elle insofern an, als sie auch die 
grofee ägyptische Elle in 24 Finger getheilt ' darstellt. Hier aber sind die 
6 Palmen einzeln angezeigt vermittelst durchgezogener Striche, zwischen 
welchen die Daktjlenstriche nur bis zur Hälfte der Seite von oben her 
reichen. Die Mitte der Elle ist durch zwei Linien hart nebeneinander 
hervorgehoben. Die einzelnen DaktylenMriche folgen sich in ziemlich ge- 
nauen Intervallen, doch so, dals die beiden mittelsten Daktylen um die 
Entfernung der beida^i Mittellinien getrennt sind. Das Mafs der ganzen 
Elle, welches von Orcurti auf 0^523 angegeben wird, scheint nach den 
Gypsabgüssen wiederum an den verschiedenen Seiten nicht ganz gleich lang 
und in der Mitte eher 0"524 zu sein, ist aber immerhin bemerklich kleiner 
als die steinerne , was bei dem nahen VerhältnÜs beider Wunder nimmt. 
Die Oberseite der Bronze -Elle hat die eigenthümliche Eintheilung in 
12 Theile, welche also halben Palmen entsprechen würden; jeder dieser 
Theile ist aber nicht in 2 Finger, sondern in 6 Theile durch kleinere 
Zwischenlinien getheilt, von denen allerdings je 3 dem Mafse eines Fingers 
entsprechen würden. Das letzte Zwölftel links endlich zeigt jede der 



62 

6 Unterabtheilungen wieder io je 5 Tfaefle durch noch kürzere Linien getheilt. 
AUe einzelnen Theile sind gut abgemessen, die ganze EUe sollte aber offenbar 
nicht so lang wie der Maisstab sein, sondern kurzer, da der erste halbe Palm, 
Yon rechts gezählt, erst c. 1 Gentimeter vom Ende des Maisstabes beginnt. 
Dadurch betrigt die hier aufgetragene Elle nur c« 0"513, Eine solche EUe 
ist mir aus dem Alterthume nicht bekannt , und ebenso wenig eine Einthei* 

lung in halbe, in 12tel und 60tel Palmen. Die Hinterseite endlich ist in 

•• 

27 gleiche Theile und einen Uberschuft Ton 5 Millimeter getheilt« Das kann 
wohl nur so zu verstehen sein , daüs eine Elle yon c. 0^533 in 28 Finger 
getheilt sein sollte, wie die alten Mafsstäbe der königlichen Elle in 28 kleine 
Finger getheilt werden konnten. Obgleich nun in der That der bronzene 
MalÜBStab etwas kleiner als eine volle königliche Elle ist, so ist das Ma£i 
von 0^532, wenn es genau gemeint ist, 'wieder zu grois dafür, und eine 
andre Elle von diesem Maise ist nicht bekannt. Auch hier liüst sich also bis 
jetzt nichts entscheiden. 

Es folgt no*9, die Koptische Elle (Taf. lY, t:). Von ihr giebt 
die Londoner Zeichnung, die wir wiedergegeben haben, nur 3 Seiten; die 
vierte war also wohl ohne jede Zeichnung. Über die Koptische Inschrift 
ist schon oben gesprochen worden. Sie ist ohne allen Zweifel acht und 
wegen ihrer Eintheilung und Länge sehr merkwfirdig. Die letztere betrigt 
nämlich 0^539 (^), also fast genau so viel als die sogenannte „schwarze Elle" 
der Araber, welche wieder dieselbe ist , welche sich an der Säule des Nil- 
messers von Rodah befindet, denn diese beträgt durchschnittlich 0,541 • 
Nach den Untersuchungen von Queipo(') stammt die jetzige Eintheilung 
der Nil-Elle des Meqyäs aus dem Jahre 199 der Hedschra, d. i. 812 nach 
Chr., in welchem der Nilmesser von demselben Almamun wiederaufgebaut 
wurde, welchem nach allgemeinem Berichte der Arabischen Schriftsteller 
auch die Einfuhrung der „schwarzen Elle'' zugeschrieben wird. In diese 
Zeit frühestens dfirfte daher auch unsre Elle gehören. Sie ist, wie jene, 
in 6 Palmen getheilt, von denen der erste, dritte und fünfte wieder in je 
4 Finger getheilt ist. Die Eintheilung ist nicht sehr genau und mehrere 
Linien scheinen erst noch unrichtiger gezogen , dann verbessert worden zu 



(*) Es ist oben p. 16, letote Zeile 0,5387 ststt 0,6387 so lesen. 
(<) Sjst. mür. n, p. 89 ff. 



63 

sein. Sie ist, wie die vorher beschriebene bronzene Elle nur vierseitig 
und ebenso wie bei jener sind zwei Seiten , die Koptisch beschriebene und 
die Gegenseite breiter als die beiden andern , von denen eine die Eintheilung 
enthält, nämlich c. 0,018 zu 0,012« Die breiten Seiten sind in der Mitte 
durch eine Verzierung getheilt und auf der unbeschriebenen von ihnen ist 
von rechts her noch ein einzelner Palm durch eine Linie abgeschieden. Da 
die Elle von Holz ist und gegen das rechte Ende ein Loch hat, das ohne 
Zweifel für einen Faden zum Aufhängen bestimmt war, so scheint diese Elle 
die einzige zu sein, die far den wirklichen Gebrauch bestimmt war; auch 
das macht sie besonders werthvoU. Es wäre wünschenswerth zu erfahren, 
wo das Original jetzt aufbewahrt wird. 



Nach einer gefidligen Notiz, die mir noch vor dem Abzüge dieses Bo- 
gens von Mr. A. Ghabouillet, conservateur du cahinet des midailles et 
antiques de la bibliotkigue impirialey zugeht, hat sich das Fragment der 
Elle no. 4 (s. oben p. 15) im Cahinet des midailles vorgefunden. Herr 
Ghabouillet hat auch die Güte gehabt mir die Papierabdrficke davon zu- 
zusenden , die es erlaubt haben in einigen unwesentlichen Kleinigkeiten die 
Publikation von Champollion-Figeac noch zu berichtigen. 




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